WKÖ-Experte Kuen empfiehlt: in Asien "am Ball bleiben"

Rund 5 Prozent des österreichischen Exports gehen in die Krisenregion - Jetzt günstige Investitionsmöglichkeiten

Wien (PWK) - "Die Finanzkrise in Asien wird die österreichischen Exporte zweifellos beeinträchtigen. Die Geschäfte werden aufgrund der hohen Währungsabwertungen zurückgehen", resümiert der Asien-Referent der Wirtschaftskammer Österreich, Friedrich Kuen, das Ergebnis seiner Umfrage bei den Handelsdelegierten in Indonesien, Thailand, Malaysia, den Philippinen und Südkorea. Die lokalen Firmen werden neue Prioritäten setzen und neue Projektstudien ausarbeiten müssen. Man dürfe aber nicht übersehen, daß die Krise alle Exporteure in der Welt gleichermaßen trifft, was sich auf den Wettbewerb ausgleichend auswirken wird. ****

Es wäre jedoch ein Fehler, sich jetzt von diesen Märkten abzuwenden, sind sich die Handelsdelegierten einig. Gerade jetzt sei es wichtig, den asiatischen Geschäftspartnern Verständnis für ihre Lage zu zeigen und weiterhin Kontakt zu halten, um bei einem neuerlichen Wirtschaftsaufschwung "schnell aus den Startlöchern zu kommen".

Außerdem würden sich durch die neue Währungsrelation preisgünstige Investitionsmöglichkeiten ergeben.

Abgesehen von den fünf direkt betroffenen Ländern wirkt sich die Krise indirekt auch auf die asiatischen "Drehscheiben" Hongkong und Singapur, sowie auf Japan und China aus, erklärt Kuen. China hat seinen preislichen Wettbewerbsvorteil durch die Abwertungen plötzlich verloren. Dazu kommen noch die Probleme der defizitären Staatsbetriebe und der Überhitzuung des Immobilienmarktes in China.

Am besten habe sich Taiwan gehalten, das in die Krisenländer vergleichsweise weniger (auf Dollar-Basis) exportiert als etwa Japan.

Österreich lieferte 1996 in die Ländergruppe Indonesien, Thailand, Malaysia, den Phippinen und Südkorea Waren im Wert von insgesamt 9,4 Mrd. S, das sind 1,5 Prozent der Gesamtexporte. Eingeführt wurde um 7.9 Mrd. S, ( 1,1 Prozent der Gesamtimporte).

Unter Einbeziehung der indirekt von der Krise betroffenen Länder China, Japan, Hongkong und Singapur ergaben sich 1996 auf der Exportseite: 27,5 Mrd. S (4,5 Prozent der österreichischen Gesamtexporte) und bei den Importen 38 Mrd. S (rund 5 Prozent der Gesamtimporte).

Generell gesehen, werden sich die Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft in Grenzen halten, schließt Kuen aus den eher kleinen Anteilen der betreffenden Ländergruppe am österreichischen Außenhandel. Einige Firmen haben jedoch in diesem Raum einen hohen Exportanteil und ein wichtiges Standbein. Besonders stark engagiert ist die österreichisch Wirtschaft in Asien in den Sektoren Umwelt (Wasserwirtschaft), Energie (Kraftwerke), Stahlwerke, Anlagenbau, Eisenbahnbau, Gesundheitswesen und Industriezulieferungen.

Das strukturell bedingte österreichische Handelsbilanzdefizit mit der gesamten Region, das in den letzten Jahren abgebaut werden konnte, wird wieder zunehmen, schätzt Kuen. Es sei nicht nur mit einem Stagnieren der Exporte zu rechnen, sondern auch mit einem Anstieg der Importe. Die Währungsabwertung werde den genannten Ländern einen neuen Wettbewerbsvorteil bringen.

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Dkfm Friedrich Kuen

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