ÖAAB-KLAUSUR: DIE BEKÄMPFUNG DER ARMUT IST GRÖSSTE HERAUSFORDERUNG!

Tschirf fordert steuerliche Entlastung für Familien

Wien (OTS) - "Die Gesellschaft ist überraschend brutal, wenn sie eigene Besitzstände gefährdet sieht", stellte der Direktor der Caritas der Erzdiözese Wien Dr. Michael LANDAU anläßlich einer Klausur des Wiener ÖAAB zur "Zukunft des Sozialstaates" fest. Er stellte in seinem Impulsreferat ein rasches Fortschreiten der Armut in der Gesellschaft fest. "Die Bekämpfung dieser Armut, die in der EU-Diktion ‚soziale Ausgrenzung' heißt, ist die größte Herausforderung für unsere Demokratie", so LANDAU.****

Die Caritas konnte im letzten Jahr eine Zunahme ihrer Beratertätigkeit um 20% bei gleichen Rahmenbedingungen feststellen. "Die Armut schreitet immer weiter in die mittleren Schichten vor", erläuterte Michael LANDAU. Verschärfend komme hinzu, daß die Chance auf Arbeitsplätze für die Hilfesuchenden immer geringer werde. So sind 2/3 der betreuten Personen arbeitslos - die Hälfte davon bereits länger als sechs Monate. Die Caritas könne in der Gesellschaft auch eine Tendenz zur Entsolidarisierung feststellen: "Das Klima werde jedenfalls rauher", so der Caritas-Direktor, der eine hohe Bereitschaft zur Mikrosolidarität feststellt: Man solidarisiert sich zwar im kleinen Rahmen - entsolidarisiert sich aber mit allen anderen Gruppen!

"Der Platz des ÖAAB müsse jedenfalls auf der Seite der Hilfesuchenden sein" forderte Landau die Anwesenden auf, sich noch mehr gegen die soziale Ausgrenzung zu engagieren: "Die Gerechtigkeit einer Gesellschaft wird daran gemessen, wie mit den Ausgeschlossenen umgegangen wird."

Der Wiener ÖAAB-Landesobmann LAbg. GR Dr. Matthias TSCHIRF sprach sich in diesem Zusammenhang für mehr Solidarität mit den Familien aus: "Es darf auf keinen Fall sein, daß die Entscheidung für Kinder zugleich ein Schritt in die Armut bedeutet." Die Familien sind der Kern unserer Gesellschaft und müssen demnach von dieser besonders gefördert werden. Es kann nicht sein, daß Familien mehr Steuern zahlen als Kinderlose. "Familien müssen steuerlich entlastet werden", forderte TSCHIRF der zugleich die Umsetzung der ÖAAB-Vorschläge zur Familiensteuerreform verlangte. "Auch im Jahr 1998 werde sich der ÖAAB als Anwalt der Familien für deren Interessen einsetzen", versprach der Wiener ÖAAB-Landesobmann Matthias Tschirf abschließend.

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