KfV zum Jahreswechsel

1998: WEITERE SCHRITTE IN RICHTUNG VERKEHRSSICHERHEIT SETZEN!

Wien (OTS) - 0,5-Promille-Grenze wichtiger Etappenerfolg -Verkehrsunfallbilanz 1997 zeigt Notwendigkeit weiterer Maßnahmen:
voraussichtlich 7% mehr Verkehrstote, 5% mehr Verletzte und 5% mehr Unfälle mit Personenschaden als 1996 - Sicherheitsreserve Punkteführerschein muß zum Einsatz kommen.

"Mit der 0,5-Promille-Grenze sind wir schon einen bedeutenden Schritt weiter - die Unfallbilanz 1997 zeigt uns aber, daß noch wichtige Sicherheitspotentiale ausgeschöpft werden müssen, und das so rasch wie möglich", kommentiert KfV-Präsident Komm.Rat Josef Svoboda das abgelaufene Jahr im Spiegel der Verkehrssicherheit. Die traurige Prognose für 1997: rund 7% mehr Getötete, etwa 5% mehr Verletzte und ca. 5% mehr Unfälle mit Personenschaden auf Österreichs Straßen als 1996. Im europäischen Ländervergleich liegt Österreich somit immer noch in der schlechteren Hälfte.

Wesentliche Sicherheitsreserven sieht Svoboda vor allem in weiterer Bewußtseinsbildung, einer Optimierung der Verkehrsüberwachung und im Punkteführerschein, denn: "Nur mit gezielten Maßnahmen gegen notorische Raser und Rowdies kann die große Mehrheit der vernünftigen Verkehrsteilnehmer geschützt werden. Der Punkteführerschein ist ein probates Mittel, um die gefährliche Minderheit der rücksichtslosen Fahrer in den Griff zu bekommen - das zeigen auch internationale Erfahrungen."

1997 hat leider nicht den erhofften weiteren Rückgang der Unfalltoten in Richtung "unter 1.000" gebracht - die Gründe dafür liegen für das KfV auf der Hand: "Das Ziel 'weniger als 1.000 Verkehrstote pro Jahr' bis zum Jahr 2000 wird nur dann erreichbar sein, wenn alle Verantwortlichen in diesem Land an einem Strang ziehen, Synergien durch das Zusammenspiel 'harter' und 'weicher' Maßnahmen effizient genutzt werden und auch jeder einzelne Verkehrsteilnehmer mit Eigenverantwortung und Rücksichtnahme sein Scherflein dazu beiträgt. 1997 wurde von den Entscheidungsträgern nicht ausreichend für die Umsetzung wichtiger Sicherheitsmaßnahmen genutzt. Die im Dezember beschlossene 0,5-Promille-Grenze ist aber ein Hoffnungsschimmer am Horizont", so Svoboda.

Die von Bundesminister Schlögl angekündigten Pläne und bestehende Forderungen - eine "Aktion scharf" in Sachen Überwachung von Alkohol am Steuer und Tempolimits, die Erhöhung der Zweckbindung der Strafgelder für die Verkehrsüberwachung und die Neueinstellung zusätzlichen Personals zu Zwecken der Verkehrsüberwachung - werden vom KfV sehr begrüßt: "Wir erwarten uns durch striktere Maßnahmen nicht nur Unfallrückgänge, sondern auch einen generellen Umdenkprozeß in der breiten Bevölkerung. Denn wer bis jetzt - trotz eindringlicher Aufklärungskampagnen und intensiver Medienberichterstattung - noch kein Sicherheitsbewußtsein entwickelt hat, braucht eben direkt spürbare Nachhilfe."

Auf dem Wunschzettel des KfV für 1998 steht u.a. die Umsetzung folgender Maßnahmen:

  • Punkteführerschein
  • klare Festlegung für ein absolutes Verbot von Drogen am Steuer
  • Verbot stark ablenkender Tätigkeiten am Steuer, z.B. Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung
  • Großversuch "Fahren mit Licht am Tag"
  • Informationskampagnen der öffentlichen Hand zu wesentlichen Sicherheitsthemen
  • weitere Reduktion des Anfängerrisikos, z.B. durch eine zweite Ausbildungsphase oder PS-Beschränkung
  • Abschaffung der Kurzkurse bei der Fahrausbildung
  • regelmäßige Überprüfung bzw. ärztliche Untersuchung aller Kraftfahrer, regelmäßige Erneuerung der Lenkerberechtigung
  • Maßnahmen zur verstärkten Resozialisierung statt Strafe
  • Überprüfung der Strafhöhen
  • Bereitstellung zusätzlicher Budgetmittel zur Sanierung von Unfallhäufungsstellen

KfV-Präsident Svoboda abschließend: "Mit einem verstärkten Miteinander-Denken im Straßenverkehr und einem Zusammenwirken aller dringend notwendigen Maßnahmen in einem komplexen Paket kann der Verkehrssicherheit in Österreich zu einem bedeutenden Aufschwung verholfen werden - 0,5 Promille sind ein guter Anfang und sollen Wegweiser ins nächste Jahrtausend sein."

(Schluß)

Wien, 31. Dezember 1997

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