Ein Jahr leistungsorientierte Krankenhausfinanzierung

Prokop: Einsparungen ohne Qualitätsverlust möglich

St.Pölten (NLK) - Eine positive Bilanz über das erste Jahr der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung und des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) zog heute Landeshauptmannstellvertreter Liese Prokop, zugleich Vorsitzende
des NÖGUS: "Die Qualität bei der Betreuung der Patienten ist gesichert und die Ko-stenexplosion in den Spitälern kann deutlich eingedämmt werden. Die Finanzierung der Krankenhäuser befindet sich somit in Niederösterreich auf dem richtigen Weg." Bis Mitte der neunziger Jahre waren in den niederösterreichischen Krankenhäusern jährliche Kostensteigerungen von 10 Prozent die Regel. Die Belastung des Landes und der Gemeinden für die
insgesamt 27 Spitäler schien mittelfristig an die Grenzen der Finanzierbarkeit zu stoßen. Nach einem Jahr des neuen Finanzierungsmodells zeigen sich folgende Eckpunkte:

1997 wurden 2,7 Milliarden Schilling zur Mobilisierung der Krankenhäuser freigege-ben,

die jährliche Kostensteigerung geht auf 3,1 Prozent zurück,
die durchschnittliche Verweildauer im Spital sinkt um 1,2
Prozent,

während die Zahl der Patienten um 2 Prozent steigt.

Die Unterschiede zwischen der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung und dem früheren Finanzierungssystem liegen darin, daß die konkret im Spital er-brachte Leistung und nicht die Aufenthaltsdauer des Patienten für die Zuteilung von Geldmitteln entscheidend ist, keine Abdeckung des finanziellen Abganges mehr er-folgt, sondern eine Deckelung der Ausgaben vorgegeben ist, und über die Finanzie-rung der Krankenhäuser nicht mehr der KRAZAF (Krankenanstaltenzusammenarbeitsfonds), sondern
der NÖGUS mit eigenem Controlling entscheidet.

Mit Blick ins nächste Jahrtausend stellt Landeshauptmannstellvertreter Prokop fest: "Nur wenn wir jetzt Strukturmaßnahmen realisieren, können wir die medizinischen und pflegerischen Leistungen in den Spitälern garantieren und entsprechend der medizini-schen Entwicklung auch optimieren. Längerfristig werden auch die niedergelassenen Ärzte und die sozialmedizinischen Dienste in ein System der gemeinsamen Gesund-heitsversorgung zu vernetzen sein."

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