Leopold Maderthaner: Mit Zuversicht ins Jahr 1998

Wer international agiert, muß sich mit den besten der Welt messen

Wien (PWK) - Im ausgehenden Jahr hat sich die österreichische Wirtschaft vor allem dank steigender Exporte besser entwickelt, als wir erwartet haben. Die Inflation liegt auf dem tiefsten Niveau seit rund 40 Jahren. Doch die Beschäftigung hat sich leider nicht der konjunkturellen Aufwärtsentwicklung angepaßt. Immerhin ist die Flexibilität am österreichischen Arbeitsmarkt höher als allgemein angenommen wird. Dies ist eine gute Voraussetzung für mittelfristige Erfolge am Arbeitsmarkt, stellt Präsident Leopold Maderthaner in seinem Ausblick auf das Jahr 1998 fest. ****

Wir haben gute Gründe, zuversichtlich ins Jahr 1998 zu blicken:
Die Wachstumsprognosen weisen nach oben. Für das Jahr 1998 ist mit einer gleich wachsenden Inlandsnachfrage zu rechnen, einer guten Exportkonjunktur und einer im Jahresdurchschnitt steigenden Beschäftigtenzahl.

Zu den großen Herausforderungen des Jahres 1998 gehören vor allem die Schaffung strukturpolitischer Voraussetzungen für die Sicherung bestehender und die Schaffung neuer und moderner Arbeitsplätze. Besonderes Augenmerk hat dabei der Beschäftigung von jungen Menschen und der Eingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt zu gelten. Österreichs Wirtschaft ist sich ihrer Verantwortung sehr bewußt und wird auch 1998 darauf drängen, den Arbeitsmarkt aus seinen Fesseln zu befreien und für einen Abbau der teuren Regulierungssysteme etwa in der Bürokratie eintreten und auf eine Senkung der Lohnnebenkosten bestehen.

Auf der wirtschaftspolitischen Tagesordnung des Jahres 1998 stehen die Verwirklichung der Währungsunion, der EU-Ratsvorsitz in der zweiten Hälfte des Jahres und die Osterweiterung der Europäischen Union. Österreich erfüllt die notwendigen Voraussetzungen, um an der Europäischen Währungsunion teilzunehmen. Wir haben mit einem Positionspapier unsere Vorstellungen zur EU-Osterweiterung dargelegt und damit einmal mehr unter Beweis gestellt, daß wir unsere europäischen Verpflichtungen ernst nehmen und unsere Initiativen europaweit auf große Zustimmung stoßen.

Nur ein gemeinsames, koordiniertes Auftreten Europas kann Österreichs starke Position im globalen Wettbewerb sichern. Die europäische Wirtschaft leidet unter der mangelnden Harmonisierung der Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik. Die Wirtschaftskammer Österreich hat in ihrem Schwerpunktprogramm für das Jahr 1998 konkrete Verbesserungs- und Harmonisierungsvorschläge präsentiert. Wir werden im Jahr 1998 auf die Verwirklichung dieser Vorschläge drängen, um die wirtschaftliche Entwicklung Europas und unseres Landes voranzutreiben. Weil wir international agieren, müssen wir bereit sein, uns mit den besten zu messen. Damit wir in diesem internationalen Leistungs- und Wohlstandswettbewerb bestehen, sind weitere Reformen notwendig.
(Schluß) EH

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