Nach Gesprächstermin mit Schönborn: Wahala reicht Rekurs in Rom ein

Schönborn hat Pfarrenthebung und Schweigegebot nicht zurückgenommen

Wien (OTS) - Ein mit Spannung erwartetes Gespräch zwischen Erzbischof Christoph Schönborn und Johannes Wahala fand am Abend des 28.12. in den Räumen des erzbischöflichen Palais statt. Eine Konkretisierung der von Schönborn angekündigten "konsensualen Lösung" rückte dabei trotz der offenen gegenseitigen Darlegung der Standpunkte nicht in unmittelbare Sichtweite. Bisher wurde von Schönborn keine der von ihm gesetzten Maßnahmen, weder die Enthebung Wahalas von der Leitung zweier Pfarrgemeinden, noch das Schweigegebot zum Thema Homosexualität zurückgenommen.

Da nunmehr die 30tägige Frist der von Wahala eingereichten Berufung ungeschehen verstrichen ist, macht Wahala von seinem Recht Gebrauch, Rekurs in Rom einzureichen. Nach Einschätzung von Kirchenrechtsexperten bestehen gute Chancen auf eine positive Entscheidung Roms, da Schönborns Dekret formalrechtlich "auf wackeligen Beinen" stehe. Unabhängig vom formalen Prozedere sind gleichzeitig weitere Gespräche über die zukünftige seelsorgliche Verwendung Wahalas mit dem Erzbischof vorgesehen.

Wahala war aufgrund seines Einsatzes für homosexuell empfindende und lebende Menschen von Erzbischof Christopf Schönborn seiner Pfarren enthoben und mit einem Schweigegebot zu Fragen der Homosexualität belegt worden. Aus dem daraufhin spontan entstandenen breiten Protest hatte sich ein überparteiliches und prominent besetztes Unterstützungskomitee gebildet, dessen VertreterInnen Erzbischof Schönborn erst kürzlich 1.200 Unterschriften mit der Forderung nach Rücknahme der gesetzten Maßnahmen überreicht hatten.

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Für das Unterstützungskomitee Johannes Wahala:
Sibylle Summer, 0664/103 24 38
Birgit Kleinlercher, 0664/240 27 31

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