125ccm-Motorräder: Bis zu fünf Tote mehr!

Das KfV warnt: Für 1998 sind durch den verstärkten Absatz von Motorrädern der 125ccm-Klasse bis zu fünf Verkehrstote pro Jahr zusätzlich zu erwarten

Wien (OTS) - "Wenn die Verkaufsprognosen der Fahrzeughändler zutreffen, sind schon bald 5.000 ungeübte Motorradfahrer zusätzlich auf Österreichs Straßen unterwegs", stellt das Kuratorium für Verkehrssicherheit fest. Motorradfahrer haben ein gegenüber Pkw-Fahrern sechsmal so hohes Unfallrisiko. Bis Ende November 1997 kamen 118 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben. Im Gesamtjahr 1996 waren es "nur" 84. ****

Dieser erschreckende Negativtrend wird sich durch die Freigabe der 125er-Klasse für B-Schein-Besitzer noch verstärken, befürchtet das KfV. "Für 1998 ist mit etwa fünf toten Motorradfahrern zusätzlich zu rechnen, wenn sich die Prophezeihungen der Motorradhändler erfüllen. Anstatt alles zu tun, um die im europäischen Vergleich schlechte Unfallstatistik zu verbessern, wurde hier eine Maßnahme gesetzt, die den Erfordernissen der Verkehrssicherheit komplett entgegenläuft", so die KfV-Experten.

Aufgrund der Neuregelung des Führerscheingesetzes dürfen seit dem 1. November 1997 bekanntlich auch Besitzer eines B-Führerscheines mit Leichtmotorrädern bis 125ccm und einer Leistung von nicht mehr als 11 kW (15 PS) fahren, wenn sie den Führerschein bereits fünf Jahre besitzen. Voraussetzung ist lediglich der Nachweis von sechs abgeleisteten Fahrstunden. Eine Prüfung über das Wissen um besondere Risiken und Vorschriften für Motorradfahrer, wie es im A-Führerscheinkurs vermittelt wird, ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen.

Wien, den 26. Dezember 1997

Rückfragen: Kuratorium für Verkehrssicherheit, Öffentlichkeitsarbeit

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