Dirnberger: Rückläufige Gewinne aus dem Weihnachtsgeschäft beruhen auf falscher Erwartungshaltung der Unternehmer und Handelsforscher

Abschaffung der Zuschläge für Handelsangestellte kommt für AK nicht in Frage

Wien (OTS) - "Der Handel wird zur Kenntnis nehmen müssen, daß die Kaufkraft der Bevölkerung nicht aliquot zur Ausweitung der Öffnungszeiten wächst." Mit diesen Worten reagierte heute AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) auf die vom Handel bekannt gegebenen rückläufigen Gewinnzahlen aus dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft: "Eine Kürzung oder gar Abschaffung der Zuschläge für die Arbeit der Handelsangestellten an Abenden, Samstagen und Feiertagen kommt keinesfalls in Frage."

Wenn Handels-Funktionäre nun die Abschaffung dieser Zuschläge fordern, dann verwechseln sie Ursache mit Wirkung. Nicht die Zuschläge sind schuld am rückläufigen Geschäft. Tatsache ist vielmehr, daß die ausgedehnten Öffnungszeiten nicht jene Zunahme an Umsatz und Gewinn gebracht haben, die sich so manche Vertreter des Handels, aber auch allgegenwärtige Handelsforscher erwartet haben. Aber nicht die Zuschläge für die Handelsangestellten - die übrigens auch alle anderen Berufe, die am Wochenende und an Feiertagen arbeiten, also z.B. Krankenhauspersonal, Bedienstete des öffentlichen Verkehrs und die Exekutive erhalten - sind die Ursache des Rückgangs am Gewinn in den Unternehmerkassen. Vielmehr hat der zusätzliche Umsatz die Kosten, die durch das längere Öffnen der Geschäfte - also gestiegene Personalkosten und Betriebskosten - nicht wettgemacht. "Logische Konsequenz eines guten Kaufmannes kann nur das Eingestehen des eigenen Fehlers, in diesem Fall des unrentablen, weil zu langen Offenhaltens sein und keinesfalls das Kürzen der Löhne und Gehälter der Arbeitnehmr im Handel. Das ist ein Angriff gegen schlecht bezahlte Frauen, die nicht weiter ausgebeutet werden dürfen", so Dirnberger.

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Alfred Dirnberger

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