OeNB - Bericht "Geschäftstätigkeit der Kreditinstitute In den ersten drei Quartalen 1997", in der Publikationsreihe "Berichte und Studien", Heft 4/1997, erschienen. Weitere Internationa-

Wien (OTS) - lisierung der österreichischen Kreditinstitute -Inlandsgeschäft gewinnt mit Konjunkturerholung an Schwung

Das Bilanzsummenwachstum der österreichischen
Kreditinstitute war in den ersten drei Quartalen 1997 - mehr
noch als im Vergleichszeitraum des Vorjahres - vom
Auslandsgeschäft getragen. Die Auslandsaktiva wuchsen um 20 %,
die Auslandspassiva um 21 % und damit mehr als dreimal so rasch
wie das gesamte bilanzwirksame Geschäftsvolumen, das um 6,3 % zunahm.

Der Anteil der Auslandsaktiva an der Bilanzsumme stieg um
2,9 Prozentpunkte auf 25,1 %. Neben Geldmarktveranlagungen
erhöhten die österreichischen Kreditinstitute auch die Kreditvergabe an ausländische Nichtbanken sowie ihren Bestand
an ausländischen Wertpapieren und Beteiligungen beträchtlich.
Auf den internationalen Kapitalmärkten begaben die
Kreditinstitute netto Emissionen in Höhe von 82 Mrd S.

Aber auch das Inlandsgeschäft gewann im Vergleich zum
Vorjahr leicht an Dynamik, obwohl das inländische Zwischenbank-geschäft weiter deutlich zurückgeführt wurde und die Staatsfinanzierung durch inländische Kreditinstitute insgesamt rückläufig war.

Die Struktur des Kreditportefeuilles verschob sich weiter in Richtung Fremdwährungskredite. Angesichts tiefer Zinssätze
einer Reihe international wichtiger ausländischer Währungen ersetzen diese vielfach Schillingfinanzierungen, die merklich langsamer als im Vorjahr expandierten.

Der Zuwachs der inländischen Direktkredite an Unternehmen,
deren Investitionsneigung sich angesichts günstigerer
Produktions- und Absatzerwartungen zuletzt deutlich erhöhte, übertraf das Vorjahresniveau um rund 80 %. Infolge der
verbesserten konjunkturellen Entwicklung hat sich zuletzt auch
die Verschuldungsbereitschaft der privaten Haushalte erhöht.

Die Direktkredite an den Staat gingen hingegen um rund
14 Mrd S zurück. Gleichzeitig wurde der Bestand an Schuldtiteln
des Staates deutlich weniger ausgeweitet als im Vorjahr, sodaß
die Staatsfinanzierung durch Kreditinstitute in den ersten drei Quartalen 1997 insgesamt um mehr als 1 Mrd S sank.

In Summe war die inländische Kreditgewährung um rund
10 Mrd S (10 %) geringer als im Vergleichszeitraum des
Vorjahres.

Die jüngsten Restrukturierungen in der heimischen Kreditwirtschaft schlugen sich in einem markanten Aufbau von Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie von Aktien
inländischer Kreditinstitute nieder; andere Unternehmens-beteiligungen wurden hingegen zurückgeführt. Insgesamt erhöhte sich das Beteiligungsvolumen seit Jahresbeginn um 20 Mrd S.

Das inländische Mittelaufkommen in Schilling verminderte sich infolge einer rückläufigen Einlagenentwicklung um insgesamt
12 Mrd S. Die Spareinlagen gingen in allen Laufzeitenkategorien weiter zurück; lediglich die Bauspareinlagen verzeichneten deutliche Zuwächse. Auch die Termineinlagen waren rückläufig, wobei alle Einlegergruppen mit Ausnahme der Unternehmen ihre Einlagenstände reduzierten, am stärksten der Staat. Hingegen stiegen die Einlagen auf Girokonten aufgrund höherer Guthaben
der privaten Haushalte im bisherigen Jahresverlauf.

Den rückläufigen Schillingeinlagen stand eine weiterhin lebhafte, wenn auch nicht mehr ganz so dynamische Entwicklung
der Fremdwährungseinlagen wie in den Jahren zuvor gegenüber;
ihr Zuwachs übertraf den Rückgang der Schillingeinlagen um rund
1 Mrd S.

Die rückläufige Geldkapitalbildung bei den österreichischen Kreditinstituten ist weniger Ausdruck einer sinkenden
Sparquote, sondern vielmehr Ausdruck eines geänderten Anleger-verhaltens. Der Trend zur Veranlagung in Wertpapieren
(insbesondere in inländischen Investmentzertifikaten sowie in ausländischen Wertpapieren) hat sich weiter fortgesetzt.

Nähere Details können dem gleichnamigen Bericht, veröffentlicht in "Berichte und Studien", Heft 4/1997,
entnommen werden.

Rückfragen & Kontakt:

Oesterreichische Nationalbank
Sekretariat des Direktoriums/
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.Nr.: 404 20 DW 6666
Internet: http://www.oenb.co.at

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ONB/02