AK testet Geflügel auf "Strahlen": Alle Produkte bekommen die Note Eins

AK Stichproben-Erhebung: Geflügel wurde nicht mit ionisierenden Strahlen behandelt

Wien (OTS) - Das appetitliche Ergebnis zuerst: Die untersuchten Geflügelproben sind nicht mit ionisierenden Strahlen behandelt worden. Das zeigt eine aktuelle Stichproben-Erhebung der AK Wien
von 24 aus- und inländischen Frisch- und Tiefkühl-Geflügelprodukten aus Wiener Supermärkten und Märkten. Stichproben-Kontrollen im Jahr 1995 ergaben nämlich, daß damals einzelne Chargen bestrahlter ungarischer Tiefkühlenten am österreichischen Markt aufgetaucht waren.
Die AK hofft nun, daß die einheitlichen europäischen Richtlinien für die Bestrahlung von Lebensmitteln bald in Kraft treten, da diese europaweit Kontrolle und umfassende Kennzeichnung vorsehen. Für die europäische Positivliste fordern die AK Konsumentenschützer, daß die Zulassungen von Lebensmitteln, die bestrahlt werden dürfen, stark eingeschränkt werden. ****

Oft steht an den Feiertagen eine Pute, Ente oder Gans am weihnachtlichen Menüplan. Neben österreichischen Geflügelprodukten wird auch Tiefkühl- und Frischware aus Ungarn, Frankreich oder Italien angeboten. Konsumenten sind dann oft verunsichert, da in
den meisten europäischen Ländern bestimmte Produktgruppen mit energiereicher ionisierender Strahlung behandelt werden dürfen. Durch die Bestrahlung kann die Haltbarkeit von Produkten
verlängert und die mikrobielle Belastung reduziert werden. In Frankreich und Ungarn darf Geflügel mit ionisierenden Strahlen behandelt werden. Eine Stichprobenkontrolle im Jahr 1995 ergab,
daß ungarische Tiefkühlenten bestrahlt wurden. In Österreich ist die Anwendung dieses Verfahrens nicht zugelassen.

Die AK Konsumentenschützer haben nun eine Stichprobe von 24 Geflügelprodukten - Gänse, Enten, Puten und Hühner - aus Frankreich, Italien, Ungarn und Österreich in Wiener Supermärkten und Märkten eingekauft und in der Bundesanstalt für Lebensmitteluntersuchung und Forschung untersuchen lassen. Das appetitliche Ergebnis: Keine der untersuchten Geflügelprodukte war mittels ionisierender Strahlen behandelt worden. Damit sich Konsumenten auch in Zukunft darauf verlassen können, wird der AK Konsumentenschutz regelmäßige Kontrollen durchführen.

Die AK hofft nun, daß die EU-Richtlinien zur Bestrahlung der Lebensmittel bald in Kraft treten. Darin sind einheitliche Bedingungen für die Bestrahlung, deren umfassende Kennzeichnung
und Kontrolle geregelt. In einer europäischen Positivliste sollen jene Lebensmittel aufgezählt werden, die bestrahlt werden dürfen. Derzeit wäre dies lediglich für Gewürze und Kräuter vorgesehen. Das wäre allenfalls akzeptabel, meinen die AK Konsumentenschützer, da derzeit diese Produkte mit gesundheitlich problematischen
Stoffen begast werden, um die mikrobielle Belastung zu verringern. Bei Vollendung der Positivliste dürfen aber die Zulassungen für bestrahlte Produkte nicht ausgeweitet werden, erklärt die AK nachdrücklich. Die Bestrahlung als Verfahren zur Lebensmittelbehandlung darf nicht hoffähig werden. Denn die Anwendung der Bestrahlung schafft die Möglichkeit, die Hygieneanforderungen in der Produktion zu vernachlässigen. Konsumenten könnten auch getäuscht werden, da beispielsweise älteres Obst durch die Bestrahlung noch frischer aussehen könnte als es tatsächlich ist.

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