AK: Benzinpreissenkung zu gering

AK Treibstoffanalyse: Hohes Preisniveau im Westen und in nördlichen Grenzregionen

Wien (OTS) - Die diese Woche angekündigte Benzinpreissenkung
ist unzureichend, kritisiert die AK. Vor Jahren wurde den Mineralölfirmen nämlich eine Preiserhöhung zugestanden, die die Umstellung auf Gaspendelleitungen finanzieren sollte. Da diese Umstellung bis zum Jahresende von allen Tankstellen durchgeführt sein muß, fordert die AK, die damals genehmigte Erhöhung um insgesamt 20 Groschen zur Gänze zurückzunehmen.
Eine Benzinpreis-Erhebung der AK vom Oktober zeigt, daß es bei den Treibstoffpreisen noch immer eine hohe Preiskonzentration im
Westen und in den nördlichen Grenzbezirken gibt. Am wettbewerbsfreudigsten sind die Diskonter. ****

Im März 1993 war das Schüssel-Übereinkommen der "Gläsernen Taschen" erweitert worden: Den Mineralölkonzernen wurde in einer Vereinbarung mit dem Wirtschaftsministerium eine Preiserhöhung von 20 Groschen bei Vergasertreibstoffen und um 10 Groschen bei Diesel zugestanden, um die Umstellungskosten für die Einrichtung von Gaspendelleitungen an den Tankstellen zu finanzieren.

Die Mineralölwirtschaft bezifferte ihre Umstellungskosten mit 2,8 Milliarden Schilling. AK Berechnungen zeigen, daß aus der
damaligen Preiserhöhung seither mindestens 4 Milliarden Schilling zusätzliche Einnahmen zu den Benzinkonzernen flossen. Somit wurden die Investitionen in die Gaspendelleitungen längst verdient, so
die AK. Da bis Jahresende alle Tankstellen auf Gaspendelleitungen umgestellt sein müssen, müssen auch die Preise um die damals vereinbarte Höhe zurückgenommen werden: Benzin, Super und Eurosuper müssen um 20 Groschen und Diesel um 10 Groschen gesenkt werden, fordert die AK.

Die AK erinnert die Mineralölwirtschaft erneut, die Liste der 20 billigsten und teuersten Tankstellen je Bundesland rasch zu veröffentlichen.

Hohe Preiskonzentration im Westen
Eine AK Analyse der Treibstoffpreise, die Ende Oktober bei 1.530 Tankstellen in ganz Österreich durchgeführt wurde, zeigt eine hohe Preiskonzentration im Westen: 81 Prozent der Tankstellen in Vorarlberg verlangen für Eurosuper 12 Schilling und für Diesel 9,45 Schilling pro Liter. In Wien hingegen verrechnen knapp 20 Prozent der Tankstellen 11,13 Schilling für Eurosuper und 9
Prozent der Tankstellen 9,30 Schilling für Diesel.

Die AK Erhebung zeigt auch, daß es unter den Diskonttankstellen einen gesunden Wettbewerb gibt: Der Preisunterschied kann bei Eurosuper bis zu 18 Prozent ausmachen und bei Diesel bis zu 17 Prozent.
Bei AGIP, ARAL und OMV liegen die Differenzen bei Eurosuper
zwischen 11 und 12 Prozent und bei Diesel zwischen 14 und 16 Prozent.

Grenzbezirke im Norden haben hohes Preisniveau
Der österreichische Mittelwert für Normalbenzin liegt bei 11,55 Schilling, so die AK Untersuchung. Die AK Analyse ergab ferner,
daß im Westen sehr viele Regionen einen sehr hohen Mittelwert haben, und zwar zwischen 11,7 bis 11,89 Schilling. Einzige
Ausnahme ist der Bezirk Reutte in Tirol: Hier liegen die
Mittelwerte zwischen 10,84 und 11,4 Schilling. Gleich ist die Situation in den nördlichen Grenzbezirken.
Die niedrigsten Mittelwerte (10,84 bis 11,4 Schilling) gibt es im Süden Wiens und in den Bezirken Graz, Leoben, Bruck/Mur und Mürzzuschlag.

Auch bei Eurosuper, der Durchschnittswert liegt bei 11,78
Schilling, haben die westlichen Regionen einen sehr hohen
Mittelwert (11,93 bis 12,15 Schilling). Der Bezirk Reutte bildet ebenfalls die Ausnahme. Um 15 bis 74 Groschen unter dem Mittelwert liegt das Preisniveau der Bezirke im Süden Wiens, Graz, Leoben, Bruck/Mur, Mürzzuschlag.

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