Sieht so Privatisierung aus?

Wien (OTS) - Mit dem Teilverkauf der steirischen Energieholding Estag an die Electricite de France (EdF) wurde die sogenannte Privatisierungswelle der österreichischen Landesenergieversorger eingeläutet. Die Energie Steiermark Holding hat dabei den Anfang gemacht und sieht ihren Verkauf als Teilprivatisierung.

Es stellt sich aber die Frage, ob man in diesem Fall überhaupt von Privatisierung sprechen kann, denn es wird völlig außer acht gelassen, daß es sich bei der EdF um ein staatliches Unternehmen Frankreichs handelt. Von einem "Privaten" kann also keine Rede sein. Während also in den übrigen Mitgliedstaaten der EU die Energieversorgung von staatlichen Konzernen äußerst profitabel geführt wird, geht man in Österreich den Weg des "Ausverkaufs", anstatt eine österreichische Energiegruppe zu bilden.

Wieso ist aber gerade in Österreich eine Ära der zwanghaften Privatisierungswelle eingeläutet worden und wird das der Öffentlichkeit als die Zukunft und die Lösung allen Übels verkauft? Unternehmen - wie österreichische Flughäfen, das Dorotheum, usw. -die heute nach betriebswirtschaftlichen Grundlagen erfolgreich operieren, werden verkauft. Wenn diese aber in finanzielle Schwierigkeiten geraten, soll der Staat wieder lenkend und helfend eingreifen.

Ist die öffentliche Wirtschaft wirklich überholt, oder sind es nur kurzfristige hohe Verkaufserlöse, die die Verantwortlichen zu solchen Entscheidungen treiben?

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