Vorausmeldung zu News 51/18.12.97

Erzbischof Schönborn: "Stechers Brief wundert und schmerzt mich." - Harte Kritik der österreichischen Bischöfe an Tiroler Altbischof

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem heute erscheinenden Nachrichtenmagazin News nimmt der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn erstmals öffentlich zum Brief des Tiroler Altbischofs Reinhold Stecher Stellung und verurteilt ihn mit ungewöhnlich harten Worten. Schönborn gegenüber News: "Es wundert und schmerzt mich, daß ein Bischof mit scharfen Vorwürfen gegen die Amtsführung des Papstes - der ihn zum Bischof ernannt hat - und seiner kurialen
Mitarbeiter vorgeht. Ohne ein Wort der Selbstkritik an der eigenen Amtsführung." Schönborn weiter: "Wer heute bei uns Rom kritisiert, gilt schnell als mutig und tapfer. Wer auf den Papst hämmert, als fortschrittlich. Es scheint mir dies eine kurzsichtige Perspektive, wenn man die zwanzig Jahre dieses Pontifikats ansieht."

Etwas milder in seiner Kritik der Grazer Bischof und Vorsitzender der Bischofskonferenz Johann Weber: "Ich sehe es nicht so, daß der Papst den Weg Christi verlassen hätte. Man soll die Sache nicht auf eine Person zumünzen, sondern auf das gemeinsame Ziel - und das muß die Einheit der Kirche sein."

Ebenfalls scharf kritisiert wird Stecher vom Salzburger Bischof Andreas Laun: "Mit seiner vernichtenden Kritik am Papst setzt sich Bischof Stecher selbst ins Unrecht. Warum billigt Stecher nicht auch dem Papst zu, anders zu denken als er, ohne ihn zu diffamieren? Der Papst, ein Mann ohne Güte? Dann irren sich offenkundig all die unzähligen Menschen, die jedesmal zusammenströmen, wenn dieser "herzlose" Papst auftaucht."

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