Neues WIFI-Beratungsprogramm setzt auf Ressourcenproduktivität

Weniger Naturverbrauch stärkt künftige Wettbewerbsfähigkeit - Intelligente Umweltpolitik ist eigentlich Wirtschaftspolitik

Wien (PWK) - "Die künftige Geschichte der Menschheit wird entscheidend davon abhängen, daß die Umwelt- und Naturgüter so verwendet werden, daß auch kommenden Generationen die Lebensgrundlage nicht entzogen wird. Dieses neue Denkmodell hat in den Unternehmen bisher noch keinen Einzug gehalten", erklärte WIFI-Kurator Eduard Leischko heute vor Journalisten, aber "das WIFI hat angesichts seiner Vorreiterrolle eine neue Beratungsaktion Ecodesign gestartet, um die österreichischen Unternehmen bei der Umsetzung dieser Entwicklung zu unterstützen". ****

"Im Grundsatzprogramm des WIFIs ist das ökologische Bewußtsein eingebunden, wir fühlen uns verantwortlich für eine dynamische Wirtschaft mit leistungsorientierten Betrieben in einer lebenswerten Umwelt, die sichere Arbeitsplätze bieten und soziale Ausgewogenheit gewährleisten. Das sind die in Rio de Janeiro 1992 angesprochenen drei Säulen der Nachhaltigkeit: Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. So haben wir heuer unter Einbindung von Professor Friedrich Schmidt-Bleek, Präsident des Faktor-10-Institutes in der Provence

mit einer Reihe von Veranstaltungen und Pilotprojekten zum Thema Ecodesign begonnen. Diese Pilotprojekte haben gezeigt, welche Einsparungsmaßnahmen für Ressourcen möglich sind. Ein im Februar 1998 erscheinendes Buch von Schmidt-Bleek wird den österreichischen Unternehmen die Einsparungspotentiale im Sinne einer höheren Ressourcenproduktivität aufzeigen.

"Wir haben zwanzig Jahre erfolgreich "Umweltchemikalienpolitik" betrieben, das heißt unter erheblichem Aufwand Gefahrstoffe aus allen Bereichen der Wirtschaft als Produkte vom Markt verbannt, aus Abgasen herausgefiltert, als Rückstände verbrannt und durch Prozeßumstellungen vermieden", so Schmidt-Bleek. "Wenn aber nicht endlich ein Umdenken stattfindet, das bereits von Anfang an den Ressourceneinsatz überlegt, wird in Zukunft der "Schutz" der Umwelt zu teuer. Wir sitzen als "Parasit auf der Ökosphäre" und müssen uns überlegen, wie ein gleicher oder besserer Wohlstand mit nur zehn Prozent der Ressourcen geschaffen werden kann. Die Pilotprojekte in österreichischen Unternehmen haben gezeigt, daß Verbesserungen der Ressourcenproduktivität für existierende Produkte in der Größenordnung von Faktor 2 bis 8 auf Anhieb erreichbar sind. Einem Produzenten von 30.000 Kinderwägen pro Jahr ist eine Dematerialisierung um Faktor 4,2 gelungen, das sind immerhin 80 Prozent.

Um die notwendige Dematerialisierung erreichen zu können, sind verläßliche Informationen über den Materialinput von Werkstoffen wie Glas, PVC, Zement und Metallen, also den "ökologischen Rucksäcken" notwendig, die am Wuppertal-Institut von Prof. Schmidt-Bleek errechnet wurden. Das Ziel einer zehnfachen Verbesserung der Ressourcenproduktivität ergibt sich aus der Notwendigkeit, den heutigen Resourcenstrom aus der Umwelt um den Faktor 2, das sind 50 Prozent, zu reduzieren unter Berücksichtigung der Tatsache, daß zur Zeit 80 Prozent der Ressourcen von nur 20 Prozent der Menschheit verbraucht werden.

Rückfragen & Kontakt:

WIFI
Tel: 50105/3046

DI.Heinz Mooss

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK