Die wirtschaftliche Zuversicht wächst

Doch 77 Prozent sehen die Arbeitsplätze gefährdet

Wien (PWK) - Die Erholung der österreichischen Wirtschaft findet ihren Niederschlag nicht nur in der statistischen Zahlenlandschaft, sie macht sich auch allmählich breit im Bewußtsein und in der Erwartungslage der Österreicher: Im Herbst dieses Jahres empfanden 46 Prozent der vom Fessel-GfK Institut für Marktforschung im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich bundesweit befragten 1.000 Personen eine verbesserte gesamtwirtschaftliche Lage. Vor einem halben Jahr teilten nur 37 Prozent diese positive Einschätzung. Pessimistisch gestimmt waren im Herbst 1997 immerhin noch 52 Prozent, ein halbes Jahr davor waren es mit 61 Prozent freilich deutlich mehr. ****

Ist auch der Anteil der Wirtschaftsoptimisten so hoch wie nie in den letzten beiden Jahren, so halten immer noch 77 Prozent der Befragten die Arbeitsplätze in Österreich generell für unsicher und nur 23 Prozent für sicher. Gegenüber dem Frühjahr 1997 hat sich die allgemeine Wahrnehmung dennoch leicht gebessert: Damals hielten 85 Prozent die Arbeitsplätze für unsicher und nur 15 Prozent für sicher. Die persönliche Arbeitsplatzsicherheit hat sich sogar leicht verschlechtert: Zuletzt bezeichneten 75 Prozent ihren persönlichen Arbeitsplatz als sehr bzw. eher unsicher, ein halbes Jahr davor waren es 73 Prozent.

Für 55 Prozent ist die starke Belastung der heimischen Wirtschaft durch den Staat hauptverantwortlich für die Gefährdung der Arbeitsplätze, gefolgt von wirtschaftlichen Krisen im Ausland (24 Prozent) und überhöhten Lohnforderungen (24 Prozent).

Fast jeder fünfte Österreicher (18 Prozent) rechnet mit einer Verbesserung seiner persönlichen Einkommensverhältnisse; 27 Prozent fürchten eine Verschlechterung; rund die Hälfte der Befragten rechnet mit keinen Veränderungen. Damit hat sich gegenüber dem Frühjahr 1997 so gut wie nichts geändert.

54 Prozent der befragten 1.000 Österreicher rechnen mit einer steigenden Inflationsrate. Als die Hauptursache der Inflatione wird von 59 Prozent die Regierungspolitik identifiziert. Ein Viertel weist die Schuld den importierten Waren, 19 Prozent den übermäßigen Ansprüchen an den eigenen Lebensstandard und 16 Prozent der gewerkschaftlichen Lohnpolitik zu. In diesem Zusammenhang: 73 Prozent der Österreicher wären aktuell mit einer Angleichung ihrer Löhne/Gehälter an die Preise einverstanden; 23 Prozent fordern Lohnerhöhungen über die Inflationsrate hinaus.

52 Prozent halten ihre private finanzielle Leistungskraft für stabil (Frühjahr 1997: 49 Prozent, doch nur 31 Prozent halten den Zeitpunkt für größere Anschaffungen für günstig; vor einem halben Jahr waren es noch 34 Prozent. Insgesamt hat sich das Konsumklima etwas verschlechtert: Per Saldo finden 14 Prozent das Konsumklima für positiv, gegenüber 19 Prozent im Frühjahr 1997.
(Schluß) EH

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