Tschechien, wichtiger Partner Österreichs auf dem Weg in die EU

EU-Experte Sabathil: EU will PHARE-Programm ab dem Jahr 2000 verdoppeln

Wien (PWK) - "Die Osterweiterung der EU ist nicht nur eine historische Verpflichtung und eine politische Notwendigkeit, sie bringt auch beträchtliche wirtschaftliche Vorteile für beide Seiten", erklärte der EU-Experte Gerhard Sabathil bei einem Tschechien-Seminar in der Wirtschaftskammer Österreich. Die EU-Nachbarländer der Beitrittskandidaten (wie Österreich oder Deutschland) würden unter allen EU-Mitgliedern am meisten von der Erweiterung profitieren, ist Sabathil überzeugt. ****

Eine wichtige Hebelwirkung bei der Vorbereitung der Beitrittsländer kommt dem PHARE-Programm der EU zu, sagte Sabathil. Laut "Agenda 2000" plane die EU eine Verdoppelung des PHARE-Programmes ab dem Jahr 2000. Den Beitrittskandidaten werde 1998 eine Beitrittspartnerschaft angeboten werden, die als Basis für die Finanzierung der PHARE-Projekte herangezogen werden soll. Im Rahmen dieser Partnerschaft seien auch Fortschrittsberichte über die Strukturreformen vorgesehen.

Als Hauptproblem bei der Realisierung der PHARE-Programme bezeichnete Sabathil die beschränkte "Absorptionsfähigkeit" der Empfängerländer. Viele Projekte könnten nicht so schnell umgesetzt werden wie geplant, auch würden die Empfängerländer durch die auf sie entfallende Kofinanzierung der Projekte stark belastet.

Die Prioritäten der EU bei der Vorbereitung der Beitrittsländer liegen auf Privatisierung, Strukturreform, EU-Reife der Verwaltung, Verbesserung der Umweltbedingungen, Teilnahme am Binnenmarkt, Übernahme und Anwendung von EU-Gesetzen, betonte Sabathil.

Der Direktor im Tschechischen Handels- und Industrieministerium, Bretislav Kalusek, wies auf die Bemühungen seines Landes hin, die tschechische Wirtschaft auf den EU-Beitritt vorzubereiten. Tschechien schneide trotz der gegenwärtigen Wirtschaftsschwäche im Vergleich zu anderen Reformländern gut ab, sagte Kalusek. 60 bis 80 Prozent des tschechischen Bruttosozialproduktes werden von privaten Unternehmen erbracht. Die Privatisierung der Banken soll nach der neuen Regierungsbildung in Angriff genommen werden. Durch steigende Exporte und abnehmende Importe sei eine ausgeglichene Handelsbilanz zu erwarten.

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Mag. Robert Andrecs

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