Verkehrsminister Einem weist ÖBB-General in die Schranken

Unternehmenschef nicht für Infrastrukturplanung kompetent

Wien (OTS) - Er hätte recht wenig Verständnis dafür, daß sich der Generaldirektor der ÖBB in verkehrspolitischen Fragen zu profilieren suche. Es gebe genug Betätigungschancen, um die ÖBB im Güter- und im Personenverkehr zu positionieren, sagte Verkehrminister Caspar Einem heute in Reaktion auf Äußerungen des ÖBB-Chefs, der in einem Zeitungsinterview die Sinnhaftigkeit einiger Ausbauvorhaben im österreichischen Schienenetz bezweifelt hatte.

"Es ist schon merkwürdig", meinte Einem, "wenn der Direktor des größten Bahnunternehmens Projekte kritisiert, die der Bahn mittel-bis langfristig bessere Wettbewerbschancen im Güter- wie im Personenverkehr verschaffen." Die Äußerungen Draxlers steckten auch voller Widersprüche, sagt der Minister. So kritisiere Draxler den geplanten Bau eines Semmering-Basistunnels und fordere im gleichen Atemzug den Ausbau der Pontebbana-Achse, deren Bestandteil unter anderem das Semmering Projekt ist. Auch mit der Ablehnung der Koralm-Bahn beweise Draxler wenig verkehrspolitische Weitsicht. Der Ausbau der Westbahn und Investitionen im Nahverkehrsbereich im Großraum Wien seien längst beschlossene Sache, erklärte der Verkehrsminister. Wenn der ÖBB-General dies fordere, beweise er wenig Sachkenntnis im Bereich der Verkehrspolitik und -planung.

"Dem Herrn Generaldirektor sei folgendes gesagt: Wir bauen das Schienennetz in Österreich nicht aus Jux und Tollerei aus, sondern aus guten verkehrspolitischen Gründen im Sinne der Menschen und der Umwelt. Nur so wird es möglich sein, eine Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene zustande zu bringen und eine gute Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort Österreich zu garantieren. Es ist bedauerlich, wenn ein Spitzenmanager das nicht versteht", schloß Minister Einem.

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