Vorschau auf den Agrarministerrat vom 15. und 16. Dezember 1997 - Diskussion über Tierschutzinitiativen von Kommissar Fischler

Brüssel (OTS) - Am 15. und 16. Dezember findet in Brüssel der Agrarministerrat statt. Geplante Diskussionsthemen sind etwa:

- Bewilligung von Förderungen für Zuckerrübenbauern in Portugal und des Wegfalles jedweder Unterstützung bis 2001/2002;

- Regelungsänderungen bezüglich der veterinärrechtlichen Kontrolle von Produkten aus Drittstaaten usw.

Weiters werden zwei Initiativen von Kommissar Fischler zu Verbesserungen des Tierschutzes bei dieser Ratssitzung diskutiert.

Ein Vorschlag hat eine Änderung der den Rindfleischsektor betreffenden Richtlinie 805/68 zum Gegenstand. Demnach sollen Exporteure künftig keine Exportrückerstattungen mehr erhalten, wenn Tierschutzmaßnahmen im Zuge des Transportes in Drittstaaten nicht eingehalten werden. Mit Beschluß dieser Änderung würde ein wirksames Mittel zur Einhaltung der Tierschutzvorschriften - beispielsweise bei den in der Öffentlichkeit oftmals kritisierten Transporten in den Nahen Osten - geschaffen werden.

Die zweite Initiative von Kommissar Fischler, die im Rat verhandelt wird, bezieht sich auf die einheitliche Regelung, wie Spezialfahrzeuge für den Tiertransport ausgestattet sein müssen. Dabei ist zu beachten, daß mit derartigen Fahrzeugen Tiertransporte ausnahmsweise länger als acht Stunden dauern dürfen.

Die wichtigsten Punkte dieses Kommissionsvorschlages lauten:

1. Das Fahrzeug muß mit adäquaten, austauschbarem Unterlagsmaterial für die Tiere ausgestattet sein, das einerseits für die Tiere einen komfortablen Transport ermöglichen und andererseits Harn und Kot aufnehmen soll.

2. Das Fahrzeug muß über genügend Stauraum für Futtermittel verfügen, wobei der Schutz gegen Wettereinfluß, Staub, Harn oder Kot gewährleistet sein muß. Eventuell erforderliche Zusatzmittel zur Futterzubereitung (z.B. Wasser) muß ebenfalls in adäquater Weise mitgeführt werden können. Gleiches gilt für eventuell erforderliche Werkzeuge zur Zubereitung oder Verfütterung von Futter.

3. Das Spezialfahrzeug muß so konstruiert sein, daß das Transportpersonal während der Fahrt die notwendige Betreuung der Tiere durchführen kann.

4. Eine Reihe von Einzelvorschriften soll dafür Sorge tragen, daß ein Spezialfahrzeug über ein adäquates Ventilationssystem verfügt, um die Lufttemperatur für die Tiere im Transportraum angenehm zu halten.

5. Die Spezialfahrzeuge müssen über geeignete Wasserversorgungsausstattungen verfügen. Dies bedeutet einerseits die Ausrüstung mit einer Verbindungsleitung für die externe Wasserzufuhr während Rastpausen, aber gleichzeitig auch die Mitfuhr von Wasser zur Tränkung während der Fahrt. Je nach Tierart gibt es diesbezüglich unterschiedliche Regelungsvorschläge.

Die Verabschiedung dieser Regelung würde einen einheitlichen europäischen Standard bei Tierfahrzeugen sicherstellen.

Rückfragen & Kontakt:

Kabinett Fischler, Gregor Keuzhuber
Tel.: 00322/2966565
Internet:
http://europa.eu.int/en/comm/dg06/com/htmfiles/
welcome.htm
e-mail: kabinett-fischler@cab.cec.be

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EUF/OTS