AUVA: Bilanz ausgeglichen, Voranschlag 1998 sieht Ausbau von Prävention und Investitionen vor

Wien (OTS) _ Weitestgehend ausgeglichen konnte die AUVA im vergangenen Jahr bilanzieren, auch 1997 zeichnet sich dank ausgeprägter Sparpolitik ein ausgeglichener Rechnungsabschluß ab. 1998 will die soziale Unfallversicherung die Präventionsarbeit ausbauen und ihr Investitionsprogramm fortsetzen. Dies berichteten AUVA-Obmann Wolfgang Haunsberger und Generaldirektor Wilhelm Thiel der Generalversammlung, dem höchsten Gremium der Unfallversicherung, die am 11. Dezember 1997 in Wien tagte. ++++

Der Voranschlag 1996 sah Ausgaben von 11,1 Milliarden Schilling und Einnahmen von 11,4 Milliarden vor. Trotz geringerer Einnahmen und einer Abzweigung von 800 Millionen Schilling an den Fonds der Pensionsversicherungen konnte ein Mehrertrag von 28,2 Millionen Schilling erwirtschaftet werden. "Der Umstand, daß dieses erfreuliche Ergebnis zustandekam, ist einem "doppelten Sparpaket" zu verdanken", erklärte AUVA-Generaldirektor Wilhelm Thiel vor der Generalversammlung. "Zum einen bestand der Auftrag der Bundesregierung zu Sparmaßnahmen in allen öffentlichen Bereichen, den wir natürlich sehr ernst nahmen. Zum anderen aber hat die AUVA schon zuvor einen Kurs der äußersten Sparsamkeit eingeschlagen. Lange vor dem verordneten Sparpaket war das Prinzip der AUVA die 'einnahmenorientierte Ausgabenpolitik'." Keine Personalaufnahmen bei der Verwaltung, aber auch die zeitliche Verzögerung bei Investitionsvorhaben waren notwendig, um sowohl die Einsparungsvorgaben als auch Abzweigungen von je 800 Millionen Schilling in den Jahren 1996 und 1997 zu verkraften. Dadurch war die volle Erfüllung der Kernaufgaben Unfallheilbehandlung, Rehabilitation und Rentenleistungen möglich. In den sieben Unfallkrankenhäusern, vier Rehabilitationszentren und dem Krankenhaus für interne Berufskrankheiten wurden 1996 mehr als 300.000 Menschen ambulant oder stationär behandelt. Die AUVA zahlte 1996 rund 72.000 Versehrten-bzw. Hinterbliebenenrenten in der Höhe von 4,3 Milliarden Schilling aus.

1997: Mehraufwand

Vor allem die neuerliche 800-Millionenabzweigung der AUVA an den Fonds der Pensionsversicherungsanstalten wird im laufenden Geschäftsjahr 1997 zu einem Mehraufwand von voraussichtlich 13,4 Millionen Schilling führen. Die Einnahmen steigen mit 11,117 Milliarden, bedingt durch stagnierende Beschäftigtenzahlen und geringe Erhöhung der Durchschnittseinkommen, nur um 1,7 Prozent.

1998: Schwerpunkt Prävention und Investitionen

Schwerpunkte sollen 1998 bei Investitionen und in der Prävention liegen. Im Voranschlag 1998 weist die AUVA Aufwendungen von 11,506 Milliarden Schilling und Erträge von 11,886 Milliarden aus. Während bei den laufenden Aufwendungen weiterhin auf äußerste Sparsamkeit Wert gelegt wird, sollen bei der Präventionsarbeit kräftige Impulse gegeben werden. Diese wird mit 450 Millionen Schilling um fast zehn Prozent höher dotiert. Für die Investitionstätigkeit sind im Budget 1998 insgesamt 873 Millionen Schilling vorgesehen. Konkrete Schwerpunkte bei den Investitionen im kommenden Jahr werden der Baubeginn für ein neues Unfallkrankenhaus in Linz mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1,8 Milliarden Schilling sein, weiters der Umbau der Unfallkrankenhäuser Wien-Meidling und Klagenfurt, Personalwohnhäuser in den Unfallkrankenhäusern Lorenz Böhler und Kalwang sowie ein Arbeitsmedizinisches und Sicherheitstechnisches Forschungszentrum in Tobelbad bei Graz. Zur Verbesserung der regionalen Betreuung der Betriebe sollen neue Außenstellen in St. Pölten und Oberwart projektiert werden.

Arbeitsunfälle rückläufig

Die Zahl der Arbeitsunfälle ist im Jahr 1996 gegenüber dem Vergleichsjahr 1995 deutlich gesunken. Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt konnte einen Rückgang von 5,7 Prozent registrieren. Die Zahl der Arbeitsunfälle mit tödlichem Ausgang sank von 1995 auf 1996 um 20,4 Prozent. Waren es vor zwei Jahren noch 159.122 Menschen, die am Arbeitsplatz, bei Dienstwegen oder im Rahmen der Ausbildung einen Unfall erlitten haben, so sank diese Zahl im vergangenen Jahr auf 149.949. Noch positiver ist die Tendenz bei den Arbeitsunfällen mit tödlichem Ausgang: von 309 Toten im Jahr 1995 sank die Zahl auf 244 im Jahr 1996. Die meisten der tödlichen Arbeitsunfälle - 133 - ereigneten sich auch 1996 in Fahrzeugen und sonstigen Beförderungsmitteln, 39 Tote mußten der Unfallursache "Sturz und Fall" zugeordnet werden. Maßgeblichen Anteil hatte und hat die AUVA an der Vorbereitung und Durchführung der Gefahrenermittlung an den Arbeitsplätzen. Diese durch das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz in mehreren Etappen entstehende Verpflichtung der Unternehmen, Arbeitsplätze zu evaluieren, macht einen hohen Beratungs- und Betreuungsaufwand vor Ort notwendig. Hier bringt die AUVA sowohl Knowhow als auch fachlich geschultes Beratungspersonal ein, um die Kosten für Österreichs Betriebe möglichst gering zu halten. Besonders die stärkere Betreuung der Klein- und Mittelbetriebe und die Ausbildung von Sicherheitsorganen wird 1998 von der AUVA voll in Angriff genommen.

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