Wilder Rundumschlag der Gewerkschaft Bau-Holz

Bundesinnung der Tischler: "Gewerkschaft stellt plötzlich ihr eigenes KV-Verhandlungsergebnis in Frage"

Wien (PWK) - "In Anbetracht stark sinkender Mitgliederzahlen scheinen einige Gewerkschaftsvertreter panikartig um sich zu schlagen", meint der Bundesinnungsmeister der Tischler, Jakob Oberer, als Reaktion auf die von der Gewerkschaft Bau-Holz in Oberösterreich angedrohten Protestmaßnahmen, mit denen höhere Löhne erreicht werden sollen. ****

Für die Vertreter der österreichischen Tischler sind die über die Medien verbreiteten Maßnahmen gänzlich unverständlich, da erst vor wenigen Monaten im Bereich des holz- und kunststoffverarbeitenden Gewerbes ein einvernehmlicher Kollektivvertragsabschluß zustande kam. "Die Gewerkschaft Bau-Holz stellt somit auch ein von ihren Mitgliedern gewolltes Verhandlungsergebnis in Frage, dem sie erst vor kurzem zugestimmt hat", kritisiert Oberer.

"Mit falschen Zahlen und Informationen Stimmung zu machen ist ebenso für künftige Kollektivvertragsverhandlungen kontraproduktiv, wie offensichtlich innergewerkschaftliche Führungsprobleme auf dem Rücken der Tischler austragen zu wollen" betonte der Bundesinnungsmeister.

Mit nahezu 100 Schilling kollektivvertraglichen Stundenlohn und Iststundenlöhnen von 115 Schilling sowie Sonderzahlungen im Ausmaß von durchschnittlich 3,75 Wochen seien Verrechnungsstundensätze von 400 bis 450 Schilling betriebswirtschaftlich gerechtfertigt. Diese Sätze sind angesichts von rund 100 Prozent Lohnnebenkosten, hohen Gemeinkosten sowie der stark steigenden Kosten für die Erhaltung und Modernisierung der Betriebsanlagen, für Arbeitnehmer- und Umweltschutz, mehr als knapp kalkuliert, was nicht zuletzt in der extrem dünnen Eigenkapitaldecke von 4 Prozent (Quelle Institut für Gewerbeforschung, Branchenprofil 1997) ihren Niederschlag findet.

"Die unqualifizierten Angriffe der Gewerkschaft Bau-Holz lassen den Verdacht zu, daß sie ein Scheitern der Kollektivvertragsverhandlungen im Frühjahr 1998 bewußt in Kauf nehme oder gar provoziere" unterstreichen die beiden Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Friedrich Andexlinger und Josef Breiter.

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