VOTRUBA : UMFASSENDE KINDERBETREUUNGSINFORMATION DER SPÖ

Landesrätin stellt neue Kindergartenbroschüre der SPÖ-NÖ vor

St. Pölten (SPI) Mit der immer besser Qualifikation der Mädchen und jungen Frauen wachsen - wenn auch langsamer als erwünscht - deren Chancen in der Arbeitswelt. Frau sein im
Ausklang des zwanzigsten Jahrhunderts, heißt aktiv am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben teilzunehmen und dieses aktiv mitzugestalten. Parallel dazu entscheiden sich aber auch immer mehr junge Menschen, ein gemeinsames Leben aufzubauen und eine Familie zu gründen. Ohne entsprechende Kinderbetreuungseinrichtungen ginge dies fast ausschließlich zu Lasten der Frauen und jungen Mütter, und all ihre Wünsche und Ziele, für die sie jahrelang gelernt oder studiert haben würden auf der Strecke bleiben - mit dem Ergebnis, daß entweder der Kinderwunsch oder die berufliche Zukunft aufgegeben werden müßten, erklärte die Landesvorsitzende der sozialdemokratischen Frauen Niederösterreichs (SPÖ-Frauen-NÖ), Landesrätin Traude Votruba, Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz, bei der sie die neue Kindergartenbroschüre der SPÖ-NÖ vorstellte, die umfassend über das Betreuungsangebot in Niederösterreich, die Kosten und Förderungsmöglichkeiten informiert.

Es gibt aber auch immer mehr Alleinerzieher, die nach Scheidungen oder Unglücksfällen plötzlich allein im Leben und vor dem Problem stehen, wer ihr Kind während der Arbeitszeit betreut. Sich allein auf hilfsbereite Familienmitglieder oder Verwandte verlassen zu müssen - die noch dazu oft selbst berufstätig sind oder weit entfernt wohnen -, oder gar auf die Hilfe der Nachbarn angewiesen zu sein, ist keine wirklich beruhigende Basis für die Kinderbetreuung, unterstrich die Landesrätin. "Dazu kommt noch, daß vor allem die Kindergärten eine wesentliche Bildungsstätte sind, in denen die Kinder oft zum erstenmal das Leben in der
Gruppe lernen, das sich Durchsetzen ebenso wie das Rücksichtnehmen und gleichzeitig spielerisch auf die Schule vorbereitet werden,
was ihre Chancen erhöht", betonte Votruba.

Eltern sollen frei entscheiden können

Um den Eltern eine freie Entscheidung hinsichtlich der Berufstätigkeit und der ihnen für ihr Kind oder ihre Bedürfnisse am besten erscheinenden Betreuungsform zu ermöglichen, ist es notwendig, ein breites Angebot an Betreuungseinrichtungen anzubieten, stellte die Landesrätin klar. Mit dem neuen Kindergartengesetz und dem Kinderbetreuungsgesetz haben wir die gesetzlichen Voraussetzungen für ein sinnvolles Nebeneinander von Kleinstkindergruppen, Kindergärten, Tagesmüttern und Horten geschaffen, und gleichzeitig auch das bedarfsgerechte Offenhalten ermöglicht. Die Umsetzung der Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten läuft allerdings noch nicht zufriedenstellend, vor allem weil viele Gemeinden vor großen finanziellen Problemen stehen. "Dem Bekenntnis zu Niederösterreich als Familienland muß sowohl die Bereitschaft des Landes als auch der Gemeinden folgen, bedarfsgerechte und der Arbeitswelt entsprechende Betreuungseinrichtungen anzubieten - wobei das Land die Gemeinden
in Zukunft mehr als bisher finanziell bei der Kinderbetreuung zu unterstützen hat", forderte Votruba.

Flexible Arbeitszeiten verlangen flexible Kindergärten

Dies ist vor allem im Hinblick auf die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeit notwendig, die die Gemeinden als Kindergartenerhalter vor gewaltige Aufgaben stellen wird. "Die Kindergärten als Serviceeinrichtung und Bildungststätte müssen sich mit ihren Öffnungszeiten an den Realitäten der Arbeitswelt orientieren, und wenn die Geschäfte an Feiertagen offen halten, dann werden dies auch die Kindergärten und Kleinstkindergruppen müssen - was angesichts der drohenden Aufweichung der Sonn- und Feiertagsruhe natürlich auch für die Sonntage zu gelten hat", stellte die Landesrätin klar. Denn es geht nicht an, daß man den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen zwar immer Flexibilität abverlangt, gleichzeitig aber kein entsprechendes
Betreuungsangebot bereitstellt. Tagesmütter allein werden dieses Problem nicht lösen können, da sie nicht in ausreichender Anzahl verfügbar sind und darüberhinaus die Wahlfreiheit der Eltern nicht mehr gegeben wäre.

"Auch Projekte wie die 30 ‘Flying Nunnys’ können nur Minderheitenprogramme bleiben, da es unsinnig wäre, für vierzig bis fünfzig Schilling in der Stunde arbeiten zu gehen und gleichzeitig von sechzig bis 120 Schilling für die Kinderbetreuung pro Stunde zu bezahlen", hob Votruba hervor.

Tagesmütter sozial absichern und ausbilden

Die Tagesmütter sind ein wichtiger Bestandteil des niederösterreichischen Betreuungsangebotes und im Interesse der Wahlfreiheit der Eltern nicht wegzudenken. "Tagesmütter sind aber kein billiger Kindergartenersatz und dürfen auch nicht so
behandelt werden. Ich begrüße deshalb die Initiative von Sozialministerin Lore Hostasch und Frauenministerin Barbara
Prammer für eine volle sozialrechtliche Absicherung der Tagesmütter und der Schaffung eines eigenen Berufsbildes ‘Tageseltern’", betonte die Landesrätin. Grundvoraussetzung dafür ist aber eine umfassendere Ausbildung als sie derzeit üblich ist, sowie eine kollektivvertragliche Absicherung des Einkommens und
der Arbeitszeiten. "Im Interesse der betreuten Kinder ist es auch notwendig, möglichst einheitliche Qualitätstandards festzuschreiben", so Votruba.

Von den hunderten Tagesmüttern in Niederösterreich sind nur ganz wenige regulär beschäftigt. "Der Großteil leistet eine hervorragende und sehr wichtige Arbeit, trotzdem wird diesen
Frauen jede soziale Absicherung und spätere Pension verweigert. Es kann aber auf Dauer nicht verantwortet werden, die
gesellschaftliche Verpflichtung Kinderbetreuungsangebote in ausreichender Anzahl bereitzustellen, auf Frauen zu übertragen und ihnen gleichzeitig jedwede gesetzlichen Ansprüche und die Sicherheit im Alter zu verwehren", betonte die Landesrätin. Mit
der Schaffung eines Berufsbildes Tagesmutter könnten auch qualifizierte Frauenarbeitsplätze geschaffen werden.

Klare Absage an Kinderbetreuungsscheck

Die Landesrätin bekräftigte auch neuerlich die klare Absage der SPÖ-Frauen an alle Überlegungen hinsichtlich der Schaffung eines Kinderbetreuungsschecks, der "eine gefährliche Falle darstellt und entweder Familien mit mehreren Kindern kraß benachteiligen und das derzeitige umfassende Betreuungsangebot gefährden würde, oder aber schlicht und einfach unfinanzbar wäre". Die Kampagne der SPÖ-Frauen "Achtung Falle !
Kinderbetreuungsscheck ungedeckt" stößt bei den Niederösterreicherinnen auf breites Echo und wird von den Frauen dankbar angenommen. Die Aktion läuft noch bis Ende Dezember. (Schluß)nk/ns

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