WKÖ-Sektion Industrie befürwortet Gentechnologie

Lamel: Ein Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze

Wien (PWK) - Umfragen haben ergeben, daß Österreich seit dem Gentechnikvolksbegehren im April 1997 in seiner generellen gesellschaftlichen Einstellung zu neuen Technologien innerhalb Europas als Schlußlicht angesehen wird. "Gerade die Gentechnologie als Zukunftstechnologie wäre jedoch für ein kleines, exportintensives Hochlohnland wie Österreich ein Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum", erklärt Joachim Lamel, Syndikus der Bundessektion Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich. ****

Da das überwältigende Ergebnis dieses Volksbegehrens nunmehr weitreichende Weichenstellungen für die Zukunft Österreichs als Standort für forschungsintensive Industrieunternehmen in Frage stellt, hat die Bundessektion Industrie eine Punktation zur Gentechnik beschlossen. "Einschränkungen bzw. jedes Verbot von Forschung inklusive Freisetzung auf diesem Gebiet bedeutet mittelfristig den Verlust von Wertschöpfung, Arbeitsplätzen und eine Schwächung der österreichischen Volkswirtschaft", ist Lamel überzeugt.

Die Punktation enthält vor allem grundsätzliche Forderungen zu jenen Themen, zu denen der Gentechnikausschuß des Nationalrates der Regierung gesetzliche Umsetzungsvorschläge vorlegen soll. Dies sind im wesentlichen die Hauptpunkte des Volksbegehrens, nämlich das gesetzliche Produktions- und Verkaufsverbot gentechnisch veränderter Lebensmittel, das Freisetzungsverbot genmanipulierter Organismen und das Verbot der Patentierung von Lebewesen.

"Durch den Beschluß des Hauptausschusses zur EU-Patentierungsrichtlinie hinsichtlich der Zulassung stofflicher Patentierung von DNA-Sequenzen, sind im Bereich Patentierung die Weichen für einen gemeinsamen Standpunkt im EU-Ministerrat bereits in die richtige Richtung gestellt worden", meint Lamel. Aus Sicht der Bundessektion Industrie sei es nun wichtig, daß statt medialer Hysterie mit "vorsichtiger Pragmatik" und sachlicher Information auf die Sorgen der Bevölkerung reagiert werde. Es müssen Maßnahmen getroffen werden, die auf Basis einer tatsachenorientierten Risikoabschätzung weitere Forschungstätigkeit ermöglichen.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Bundessektion Industrie
Tel. 50105 DW 3214

Dr. Werner Müller

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK