Gewerbeverein: Nicht Internet, Beamte sollen bürgernahe sein

Wien (OTS) - Staatssekretär Ruttenstorfer hat mit seinem "Internet-Amtshelfer-Wegweiser" eingestanden, daß die Mehrzahl der öffentlich-rechtlich Bediensteten gar nicht bereit ist, bürgernahe zu agieren.

Die Internet-Adresse "www.help.gv.at" ist offensichtlich die beamtliche Aufforderung: "Sie dreifaches Weh (wienerisch), helfen Sie sich selbst".

Wer etwa am Standesamt Hietzing untertänigst bittet, heiraten zu dürfen, wird zuerst einmal als "Partei X" über Lautsprecher aufgerufen.

Der Herr Amtsrat verweigert dann auch die Eintragung des akademischen Titels, weil er "nur" im Reisepaß steht und in einigen anderen Urkunden; offensichtlich wird unterstellt, daß jeder Heiratswillige ein potentieller Titelschwindler ist. Oder ist der Herr Amtsrat neidig, daß es selber zum akademischen Titel nicht gereicht hat.

Langsam wird der Herr Amtsrat dann doch lockerer im Umgang mit den "Heirats-Parteien": Das geltende Namensrecht sei jedenfalls aus seiner Sicht verfassungswidrig.

Daß es für den Herrn Amtsrat am Standesamt in Hietzing nicht lustig ist, dauernd Frischverliebte vor sich zu sehen, kann man ja verstehen. Da muß man innerlich kündigen und sich auf Vorschriften zurückziehen. Und überhaupt ist ja suspekt, wer heute noch heiraten will.

Ob Herr Ruttenstorfer, der dem Vernehmen nach auch erst vor kurzer Zeit geheiratet hat auch so behandelt wurde? Wahrscheinlich: Sonst würde er nicht "www.help.gv.at" mit der Unterrubrik "Heirat" einrichten lassen.

Jedenfalls schön, daß in diesem Artikel 7 der Bundesverfassung:
"Alle Bundesbürger sind vor dem Gesetz gleich" so konsequent durchgezogen wird. Warum "Heirats-Partei" Ruttenstorfer dann allerdings ins Internet geht?

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