Immer mehr Ärzte arbeitslos (Teil 1)

Ärztekammer spricht von unglaublicher Vergeudung von Volksvermögen - inaktive Politik ist für angespannte Arbeitsmarkt-Situation verantwortlich - Einführungsphase für Medizinstudium gefordert

Wien (OTS) - Nach Ansicht der Vollversammlung der ÖÄK ist eine zweisemestrige Einführungsphase im Rahmen der überfälligen Reform für das Medizinstudium unerläßlich. Diese Einführungsphase hat auch einen ausgeprägten Selektionsaspekt, um die Anzahl der Medizinstudenten an die universitären Ausbildungsmöglichkeiten anzupassen. Weiters forderte die Freitag in Wien tagende ÖÄK-Vollversammlung eine Festlegung der Studienplätze nach der Anzahl der verfügbaren postpromotionellen, praktischen
Ausbildungsstellen, die Anpassung der praktischen
Ausbildungsplätze nach dem Medizinstudium an den prognostizierten Ärztebedarf und eine volkswirtschaftliche Evaluierung des Medizinstudiums.

Untermauert werden die Postulate der Ärztekammer durch die neuesten Zahlen, die für Medizinstudenten wenig Berufschancen aufzeigen:

Zur Zeit beginnen rund 2.200 Maturanten das Medizinstudium, insgesamt gibt es in Österreich 15.800 Medizinstudenten. Jährlich promovieren 1.100 Studenten, sie müssen oft jahrelang auf Stellen im Spital für ihre postpromotionelle Ausbildung warten. Drastisch ist die Situation auch nach Beendigung der praktischen Ausbildung, wenn die jungen Ärzte die Berechtigung zu eigenverantwortlichen
und selbständigen Tätigkeit erhalten. Jahr für Jahr erhalten 1.600 Jungärzte dieses sogenannte "ius practicandi". Dem gegenüber gibt es aber nur einen Ersatzbedarf in Ordinationen und Spitälern von maximal 600. Das heißt, Jahr für Jahr stehen 1.000 neue, fertige Ärzte "auf der Straße" - und sind arbeitslos. Die Ärztekammer:
"Eine unglaubliche Verschwendung von Volksvermögen!" (Forts.)

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Pressestelle der Österreichischen
Ärztekammer, Tel.Nr. 512 44 85.

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