Umweltpreise der österreichischen Industrie 1997 vergeben

Austria Micro Systeme, Kirchdorfer Zementwerke und Hilti sind die Gewinner

Wien (PWK) - Umweltminister Martin Bartenstein überreichte heute
im Rahmen des Umweltsprechertages der Bundessektion Industrie die Umweltpreise der österreichischen Industrie 1997. In der Kategorie "Umweltmanagement" gewann die Austria Mikro Systeme International AG mit einer "Umweltfreundlichen FAB (Wafer-Fabrication)". Den Umweltpreis in der ****

Kategorie "Saubere Technologien" sicherte sich die Kirchdorfer Zementwerk Hofmann GesmbH mit dem "Pilotprojekt/Versuchsbetrieb zu NOx-Minderung". Für ihrer "Zentrale Späneaufbereitung" wurde die Hilti AG mit dem Umweltpreis in der Kategorie "Abfallverwertung" ausgezeichnet.

Die neun Anerkennungsurkunden gingen an: Ennskraftwerke AG, Vianova Resins AG, Wollsdorf Leder Schmidt & Co GesmbH, Cellcat GmbH, Fritz Egger GesmbH & Co, Entsorgungsbetriebe Simmering GesmbH, Pöttinger GmbH, Umdasch AG und Zementwerke Leube GmbH.

Der Umweltpreis der österreichischen Industrie wird heuer bereits zum fünften Mal vergeben. Gleichzeitig hat die Bundessektion Industrie auch die Nominierung österreichischer Projekte zum Europäischen Umweltpreis der Industrie (European Better Environment Award for Industry, EBEAFI) übernommen. Eine hochkarätig besetzte Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichem Dienst ermittelte auch erstmals Kategoriesieger, wie sie der europäische Umweltpreis vorsieht.

Minister Bartenstein lobte die hohe Qualität der ausgezeichneten Projekte und würdigte die Leistungen der östereichischer Industrieunternehmen im betrieblichen Umweltschutz. Lenzing-Genraldirektor Heinrich Stepniczka, Umweltsprecher der österreichischen Industrie, hob besonders die Bereitschaft der Unternehmen zur Eigeninitiative und die kreativen Problemlösungskapazitäten hervor.

Beim steirischen Unternehmen AUSTRIA MIKRO SYSTEME INTERNATIONAL belegen die frühzeitige Teilnahme am Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS) sowie die Zertifizierung nach ISO 14001 den hohen Stellenwert des betrieblichen Umweltschutzes. Im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung wurde ein Umweltprogramm mit einer breiten Fächerung von Aktivitäten erstellt, aus dem im letzten Jahr eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt wurden, zB Reduktion des Nutzwasserverbrauchs, CO- und NOx-Reduktion, Reduktion des Chemikalienverbrauchs, Einbau einer UV-Entkeimungsanlage, Errichtung einer Pilotanlage zur weiteren Fluoridreduktion im Abwasser usw. Dies hat am Standort Unterpremstätten zu einem Medienverbrauch, der bei einem Bruchteil der branchenüblichen Durchschnittswerte der Halbleiterindustrie liegt, geführt.

Das KIRCHDORFER ZEMENTWERK in Oberösterreich hat sich die Reduktion der bei der Zementherstellung produktionsbedingt auftretenden Stickoxidemissionen zum Ziel gesetzt. Neben dem Einbau einer modernen Low-NOx-Brenneranlage und des Kiln-Control-Systems zur Optimierung des Brennprozesses wurde daher 1996 eine SCR-Versuchskatalysatoranlage, über die derzeit 5% des gesamten Abgasstroms geführt werden, errichtet. Das SCR-Verfahren (Selektive katalytische Reduktion), bei dem durch Zugabe von Ammoniak auf katalytischem Weg die im Abgas befindlichen Stickoxide in Wasser und Luftstickstoff umgewandelt werden, ist in dieser Branche noch nicht großtechnisch erprobt und stellt somit nicht den Stand der Technik dar. Die Pilotanlage ist ein Versuch, eine möglicherweise auch für die Zementindustrie wegweisende Technologie zu erproben und weiterzuentwickeln. Konkrete Aussagen über eine sinnvolle Einsatzfähigkeit in der Zementproduktion können jedoch erst nach Abschluß des bis Ende 1998 laufenden Versuchsbetriebs getroffen werden.

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