Gewerbe und Handwerk leidet unter hohen Kosten für Umweltschutz

Unternehmen haben schlechte Erfahrungen mit eher sinnlosen, aber kostenintensiven Vorschriften gemacht

Wien (PWK) - Gewerbe- und Handwerksbetriebe leiden verstärkt unter den Kosten, die Umweltschutzmaßnahmen verursachen. Ein im Vergleich zu 1995 gestiegener Anteil der Betriebe kann den Umweltschutzmaßnahmen auch keine positiven Nebeneffekte mehr abgewinnen. Dies ergibt die jüngste, nach 1995 zum zweiten Mal durchgeführte Umwelt-Erhebung des Instituts für Gewerbe- und Handwerksforschung (IfG). ****

Daraus die Schlußfolgerung zu ziehen, daß sich die Einstellung der Betriebe zum Umweltschutz gegenüber 1995 verschlechtert hat, treffe laut IfG jedoch nicht den Kern der Sache. Eher verstecken sich dahinter schlechte Erfahrungen mit kostenintensiven Vorschriften, deren Sinnhaftigkeit oft nicht erkannt wird. Diese Vorschriften sind teils umständlich administriert, teils schwer meßbar.

42 Prozent der Betriebe (das sind 5 Prozent mehr als 1995), entstehen aus den erhöhten Umweltschutzanforderungen ausschließlich Kostennachteile. 23 Prozent der Betriebe sehen neben den erhöhten Kosten auch positive Auswirkungen auf ihr Image; für 18 Prozent der Betriebe haben sich durch die Umweltschutzmaßnahmen auch die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter verbessert. Aber nur 10 Prozent der Unternehmen sind der Meinung, daß die Umweltschutzanforderungen bzw. -maßnahmen überwiegend positive Auswirkungen auf ihren Betrieb haben. 7 Prozent konnten die Auswirkungen auf ihr Unternehmen noch nicht einschätzen.

Maßnahmen, die schnell und unmittelbar zu Kosteneinsparungen führen, werden von den Betrieben als besonders wichtig eingestuft. In der Prioritätenliste der Maßnahmen steht die Optimierung der Energienutzung an erste Stelle, gefolgt von Abfalloptimierung. Umweltmanagement (Öko-audits, etc.) ist hingegen ein Instrument, das für die Klein- und Mittelbetriebe nur bedingt geeignet scheint und von diesen als eher unwichtig eingestuft wird.

Die hohen Kosten, d.h. die Finanzierung von Umweltschutzmaßnahmen, haben als Hemmnis gegenüber 1995 an Gewicht zugenommen. Das liegt einerseits an der schlechteren konjukturellen Situation der Betriebe, andererseits an den gestiegenen Anforderungen. Mehr als ein Drittel der Betriebe, das sind 9 Prozent mehr als 1995, sieht darin ein Hindernis für die Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen.

20 Prozent der Unternehmen, um rund 10 Prozent weniger als 1995, bezeichneten Wissenslücken als Barriere; Meßprobleme und Schwierigkeiten bei der Erfassung von vorgeschriebenen Grenzwerten sind für 15 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer ein wesentliches Hemmnis bei der Umsetzung; auch dieser Anteil hat sich gegenüber 1995 verringert.

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Institut für Gewerbe und Handwerksforschung

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