Kerosinbesteuerung: Internationale Einigkeit!

Wien (OTS) - Für Luftfahrttreibstoffe sind derzeit weltweit keine Verbrauchssteuern zu leisten. Diese Ära könnte nun doch zu Ende gehen: bereits zwei Wochen vor dem Klimagipfel in Kyoto fand in Wien die Konferenz "Verkehr und Umwelt" der UNO-Wirtschaftskommission für Europa (UN-ECE) statt, in der sich die Mitgliedsstaaten unter anderem zu ersten Schritten in Richtung einer Abschaffung dieses Steueprivilegs entschlossen haben. Unterzeichner der Vereinbarung für Österreich sind Umweltminister Bartenstein sowei Verkehrsminister Einem.

Kerosinbesteuerung ist eine langjährige Forderung von Umweltschützern aus der ganzen Welt. Die Naturschutzorganisation Friends of the Earth Niederlande hat nun die Kampagne "The Right Price for Air Travel" initiiert; am 5. und 6. Dezember werden aus Anlaß der Weltklimakonferenz Aktionstage in 19 Ländern abgehalten, um auf die steigende Umweltbelastung durch den Flugverkehr aufmerksam zu machen.

Die Prognosen sind eindeutig: der Luftverkehr soll sich bis 2015 weltweit verdoppeln; ein entsprechender Anstieg der klimarelevanten Abgasemissionen und der Lärmbelastung im Umfeld der Flughäfen ist vorauszusehen. Ein entscheidender Konkurrenzvorteil des Flugverkehrs gegenüber anderen Verkehrsarten liegt in der Steuerfreiheit - die steuerliche Gleichstellung mit anderen Verkehrsmitteln wäre ein erster Ansatz zu einer umweltverträglicheren Entwicklung. Susanne Rynesch, Vertreterin der Österreich-Plattform Fluglärm: "Die völlig ungerechtfertigten Ausnahmeregelungen müssen raschestens beseitigt werden!"

Im Jahr 1996 wurden in Österreich 494051 Tonnen Kerosin, das sind etwa 642,3 Mio Liter, verbraucht (ÖSTAT). Bei Wegfall der Abgabenbefreiung würde allein die Mineralölsteuer ATS 3,89 pro Liter "Flugpetroleum" betragen und hätte rd. 2,5 Milliarden Schilling für den Finanzminister ergeben. Der Luftverkehr verursacht beträchtliche Kosten, die bislang von der Allgemeinheit getragen wurden: allein die notwendigen Straßen- und Bahnanbindungen zu den Flughäfen erfordern Beträge in Milliardenhöhe.

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Österreich-Plattform Fluglärm
Susanne Rynesch
Tel.:02252/88744

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