Fremdenführer: Qualitätsgaranten für den heimischen Tourismus

Wachsende Branche trägt dem Trend zur persönlichen Dienstleistung im Tourismus Rechnung

Wien (PWK) - "Qualitätstourismus ohne qualifizierte Fremdenführer ist undenkbar", betonte Karl Hofbauer, Vorsteher des Fachverbandes der Freizeitbetriebe in der Wirtschaftskammer Österreich, anläßlich einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien. Der Trend zur persönlichen Dienstleistung im Tourismus ist unübersehbar. Mit Fachkenntnis, Engagement und Gastlichkeit prägen die Fremdenführer vielfach den bleibenden Eindruck ausländischer Besucher von unserem Land. Für diese verantwortungsvolle Aufgabe sind eine entsprechende Ausbildung und laufende Weiterbildung unerläßlich. ****

"Im Interesse der Gäste, der Gewerbetreibenden und des gesamten Tourismus ist uns die Abgrenzung staatlich geprüfter Fremdenführer von unbefugt Arbeitenden ein besonderes Anliegen", erklärte Hofbauer. Aus diesem Grund hat der Fachverband der Freizeitbetriebe ein "Qualitätssiegel" ins Leben gerufen. Mit dieser einheitlichen Plakette werden die 853 qualifiziert ausgebildeten Fremdenführer österreichweit zu erkennen sein. "Mit dieser akkordierten Aktion wollen sich die Fremdenführer von all jenen abheben, die ihre Tätigkeit ohne Gewerbeberechtigung ausüben und bestehende Gewerbetreibende nachhaltig konkurrenzieren" betonte Hofbauer. So dürfen etwa Reiseleiter oder -betreuer dürfen nicht in die Belange eines Fremdenführers eingreifen.

Der Beruf des Fremdenführers ist dem Dienstleistungsbereich zugeordnet. Die Ausbildung kostet ca. 50.000 Schilling. Nach mindestens 250 Unterrichtsstunden an einer gesetzlich anerkannten Schulungseinrichtung muß sich der einzelne einer strengen staatlichen Befähigungsprüfung einschließlich einer Unternehmerprüfung unterziehen. Erst dann erlangt er die gewerbliche Bewilligung für das gebundene Gewerbe des Fremdenführers. Neben dem beruflich-fachlichen Teil beinhaltet die Prüfung auch Rechnungswesen, Rechtskunde, eine Probeführung und den Nachweis qualifizierter Kenntnisse zumindest in einer Fremdsprache. "Im Bereich der Sprachen wäre es wünschenswert, sich auch auf andere Wirtschaftsräume, wie etwa den asiatischen, zu konzentrieren", meinte Hofbauer. Um den umfassenden Anforderungen an Fachwissen sowie rhetorischen und gruppendynamischen Fähigkeiten gewachsen zu sein, ist eine, auf die Grundausbildung aufbauende, Weiterbildung ein "Muß". Aus diesem Grund wurde die Weiterbildungsakademie der Fremdenführer (WAF) auf Initiative der Fachgruppe der Freizeitbetriebe in Wien ins Leben gerufen. Im November dieses Jahres wurden erstmals 46 Fremdenführer ausgezeichnet, die die Weiterbildungsakademie abgeschlossen haben. Mittlerweile haben auch andere Bundesländer, wie Niederösterreich, Salzburg, Steiermark und Tirol von dieser qualitativ hochstehenden Weiterbildungsmöglichkeit Gebrauch gemacht.

Mit einem Zuwachs von ca. 8 Prozent seit 1994 gehört der Beruf des Fremdenführers zu den wachsenden Sparten: Gab es 1994 noch 787 ausgebildete Fremdenführer in Österreich, so konnte der Fachverband Ende 1996 bereits 853 Mitglieder verzeichnen. Die meisten Fremdenführer, nämlich 518, waren 1996 in Wien tätig, gefolgt von Salzburg mit 136 und Niederösterreich mit 56 in dieser Sparte Tätigen. Schlußlicht ist Kärnten mit nur 4 ausgebildeten Fremdenführern. 75 Prozent aller österreichischen Fremdenführer sind weiblich. Die Verteilung der Mitglieder mit hauptberuflicher und nebenberuflicher Tätigkeit weist derzeit einen Prozentsatz von etwa 25:75 auf, wobei die Tendenz zur hauptberuflichen Tätigkeit steigend ist. Die Unternehmensstruktur zeigt vorwiegend Einzelunternehmer ohne Mitarbeiter auf.

Der Fremdenführer vermittelt den Gästen das Kulturerbe unseres Landes, den Denkmalschutz sowie die Mentalität und Besonderheiten der hier lebenden Menschen und trägt damit einen Teil zur notwendigen Qualitätssicherung im heimischen Tourismus bei. "Geht man davon aus, daß Österreich (wie z.B. 1996) ca. 25 Mio Gäste beherbergt, dann ergibt sich bei 200 hauptberuflichen Fremdenführern eine angesprochene Zahl von neun Mio Gästen oder potentiellen Gästen. Somit hat im Prinzip jeder dritte Gast Kontakt zu einem Fremdenführer", bekräftigte Hofbauer die Bedeutung dieser wachsenden Berufssparte.

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