Baugewerbe wehrt sich gegen Pauschalverunglimpfungen

Lahofer: "Der gewerbliche Pfusch muß endlich wirksamer bekämpft werden"

Wien (PWK) - Das Baugewerbe hat Verständnis für die Maßnahmen der Bundesregierung, gegen jene Unternehmer verstärkt vorzugehen, die sich durch vorsätzlichen Gesetzesbruch Wettbewerbsvorteile gegenüber 'gesetzestreuen' Unternehmen verschaffen. "Wenn die Gewerkschaft jedoch pauschal alle Unternehmer als profitgierige Ausbeuter und mafia-artig organisisierte Schwarzarbeitgeber verunglimpft, dann ist das ein Griff in die unterste Mottenkiste des Klassenkampfes, den wir nicht widerspruchslos hinnehmen werden", kritisierte Johannes Lahofer, Bundesinnungsmeister der Baugewerbe, die jüngsten Aussagen der Gewerkschaften Metall und Bau. ****

Der Lärm, den die Gewerkschaften in der Öffentlichkeit verursachen, verstelle den Blick auf das wahre Problem, nämlich den flächendeckenden Pfusch im ureigensten Sinne, der als Nachbarschaftshilfe glorifiziert wird, sagte Lahofer. Wenn ein Arbeitsplatz durch unbefugte Gewerbeausübung vernichtet wird, dann sei dies zumindest genauso schlimm wie der Verlust von Arbeitsplätzen durch illegale Beschäftigung. Es sei bezeichnend, daß die Gewerkschaften die Unternehmer an den Pranger stellen, ohne eine einzige konkrete Zahl für die illegale Beschäftigung von Arbeitnehmern vorzulegen.

Nach einer Studie von Prof. Friedrich Schneider von der Kepler-Universität Linz entgehen der österreichsichen Wirtschaft jährlich Aufträge in der Höhe von 220 Mrd Schilling durch 'Facharbeiter', die sich nebenbei etwas dazuverdienen. Alleine im Baubereich wurde heuer mit rund 88 Mrd Schilling ein neuer Pfusch-Rekord aufgestellt.

Lahofer wies darauf hin, daß gerade Bauarbeiter deutlich höhere Urlaubsansprüche als die Arbeitnehmer in der übrigen Wirtschaft haben. Dies lade förmlich dazu ein, nicht nur an Wochenenden, sondern auch entgegen dem Urlaubszweck der Erholung und des Aufbaus neuer körperlicher Ressourcen, ein Körberlgeld unter Umgehung der Steuer-, Sozialversicherungs- und Urlaubsgesetze in enormer Höhe zu verschaffen. "Auch darüber wird man reden müssen, genauso wie über den gewerblichen Pfusch durch Arbeitslose und Frühpensionisten, der einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden verursacht", meinte der Bundesinnungsmeister. Anstatt sich jedoch auf dieses Problem zu konzentrieren, werde jetzt den Unternehmen der Schwarze Peter zugespielt. Alle Initiativen der Bundesinnung, diese dramatische Entwicklung des Pfusch am Bau durch wirksame Maßnahmen zu stoppen, wurden von den verantwortlichen Politikern jahrelang verschleppt. "Das Ergebnis kann man an der Arbeitslosenstatistik ablesen", so Lahofer. Wenn dann noch eine extreme Wettersituation hinzukommt, so ist in diesem Winter mit einer Explosion der Arbeitslosenziffer zu rechnen.

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