Kandidat Lugner: Wahlkampfkosten nach geltender Judikatur nicht von der Steuer absetzbar

Vorausmeldung zu News 49/4.12.97

Wien (OTS) - Wie News in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, wird Präsidentschaftskandidat Richard Lugner seine Wahlkampfkosten nicht wie geplant von der Steuer absetzen können. Nach geltender Fiskaljudikatur dürften die von Lugner erwarteten 10 Millionen nicht als Erwerbssicherung anerkannt werden, denn die Präsidentschaftswahl hat weder, wie vom Finanzamt verlangt, einen ausschließlichen noch einen starken Bezug zu Lugners Firmenimperium.

Richard Lugner müßte dem Finanzamt nachweisen, daß sein Wahlkampf "weitaus überwiegend" der betrieblichen Veranlassung entspricht. Pech für Lugner: Er selbst hat mehrere Male erklärt, daß es ihm mit der Hofburg "sehr, sehr ernst" sei. Ihm gehe es also nicht darum, Werbung zu machen, sondern er wolle aus vollem Herzen Präsident werden.

Rein fiskalrechtlich überwiegt also die "betriebliche Veranlassung" bei weitem nicht - im Einkommensteuergesetz finden also die Kosten eines Präsidentschaftswahlkampfes beim besten Willen keine gewinnminimierende Deckung.

Rückfragen & Kontakt:

News
Tel.:01/213 12-0

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS