Praxisfremde Rahmenbedingungen Hindernis für Lehrlingsausbildung

Anzahl der neuen Lehrverträge Ende November wieder gestiegen Wirtschaft hält Wort und bemüht sich um die Jugend

Wien (PWK) - "Ungeachtet der weiterhin unbefriedigenden
rechtlichen Rahmenbedingungen und der längst überfälligen Entbürokratisierung der Berufsausbildung sind die Wirtschaftstreibenden bereit, Verantwortung für die Jugendbeschäftigung zu übernehmen und für geeignete Jugendliche Lehrplätze zu schaffen. Deutlich dokumentieren das die Ende November eingelangten Lehrverträge, die wieder um 5,7 Prozent oder 2.687 höher waren als im Vorjahr, erklärte der Leiter der Gruppe Bildung in der Wirtschaftskammer Österreich heute vor Journalisten. ****

Wenn tatsächlich zum Ende des Herbstes noch 6.000 Lehrstellensuchende keinen Lehrplatz trotz 3.000 offener Lehrstellen gefunden haben, dann liegt es meist daran, daß sie mangels ausreichendem Schulerfolg für ein reguläres Lehrverhältnis noch nicht qualifiziert sind. "Um 1998 nicht wieder mit dieser Situation konfrontiert zu sein, wäre nach Meinung der Wirtschaftskammer die Entwicklung und der Ausbau neuartiger Qualifikationsmaßnahmen für diesen Personenkreis vordringlich," betonte Piskaty. Mit der Schaffung der Teillehre, das wären bis zu 2-jährige Ausbildungslehrgänge mit der Möglichkeit an ein normales Lehrverhältnis unter individueller Anrechnung des bisher Gelernten anzuschließen, könnten z.B. zusätzliche Ausbildungsbetriebe gewonnen werden.

Ein weiterer neuer Wirtschaftskammervorschlag für 1998 bezieht sich auf die Lösungsmöglichkeit des Lehrverhältnisses: frühestens nach der halben Lehrzeit soll der Unternehmer das Recht haben, das Lehrverhältnis aufzulösen und der Lehrling das Recht haben, eine Zwischenprüfung zu verlangen. Besteht der Lehrling diese Zwischenprüfung, ist der Lehrvertrag fortzusetzen. "Mit diesem Signal wird ein Lehrbetrieb auch anfangs lernschwächeren Jugendlichen eine Chance bieten", argumentiert Piskaty.

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Dr. Georg Piskaty

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