Kampf gegen 0,8 Promille

Wiens VP-Chef Bernhard Görg sagten engagierten Schülern volle Unterstützung zu

Wien (OTS) - Hunderte Schülerinnen und Schüler aus Wien und Niederösterreich werden am Mittwoch mit einem Schweigemarsch in der Wiener Innenstadt (Beginn: 10.30 Uhr bei der Staatsoper, Karajanplatz) und einer Kundgebung vor dem Parlament von den Politikern niedrigere Promillegrenzen und schärfere Kontrollen gegen Alkohol am Steuer verlangen. Die Initiative zur Demonstration geht von Schülern des BG und BRG Biondekgasse in Baden aus, die Mitte November bei einem Unfall auf der Westautobahn drei Schulkameraden verloren haben; schuld an der Karambolage war ein schwer alkoholisierter Autolenker. Montag nachmittag überreichten die Direktorin des Gymnasiums, Mag. Erika Perdula, und die stellvertretende Schulsprecherin Susi Landauer dem Wiener Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg eine Resolution mit entsprechenden Forderungen. Görg, der sich in der Vorwoche bekanntlich als erster Spitzenpolitiker der ÖVP öffentlich für die Absenkung auf 0,5 Promille ausgesprochen hatte, versprach den engagierten jungen Leuten seine volle Unterstützung.

Dir. Perdula: "Wenn man so unmittelbar erlebt, wie drei junge, sportliche Leute durch Alkohol am Steuer ums Leben kommen, muß man einfach etwas tun, um die Politiker wachzurütteln. Es muß einen Konsens aller Parteien geben, daß Alkohol am Steuer kein Kavaliersdelikt ist, und deshalb bin ich über die Initiatve von Dr. Görg sehr froh, von ÖVP-Politikern hat man ja leider auch andere Töne gehört. Damit es kein Mißverständnis gibt: Wir verlangen nicht Askese, die Leute sollen den hervorragenden österreichischen Wein durchaus genießen - aber dann eben nicht autofahren."

Susi Landauer betonte, der eindringliche Appell der Badener Gymnasiasten richte sich nicht nur an die Politiker, sondern an die gesamte Gesellschaft: "Man muß Alkohol am Steuer ächten, das kann von oben durch Gesetze unterstützt werden, aber es muß vor allem ins Bewußtsein der Menschen dringen."

Dr. Görg hob noch einmal hervor, er halte die derzeitige 0,8-Promille-Grenze für ein falsches Signal, stehe aber zum Beschluß des Bundesparteivorstandes der ÖVP, der bis zum Frühjahr für eine einhellige Linie der Volkspartei sorgen wird, die auch erste Erfahrungen mit der in Deutschland seit kurzem geltenden 0,5-Promille-Grenze berücksichtigt: "Ich halte es für wichtig, daß es eine einheitliche Haltung gibt. Selbstverständlich wäre ich aber auch froh, wenn es früher zu einer Entscheidung für 0,5 Promille kommt."

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