Frauen brauchen Hebammen !! Schliessung der Bundeshebammenakademien

Wien (OTS) - Alle Bundeshebammenakademien sollen 2001 geschlossen werden, brachte das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit zur Kenntnis. Nach dem Abschluß laufender Lehrgänge darf nur an zwei Akademien noch je ein weiterer Lehrgang geführt werden.

LÄNDER SOLLEN VERANTWORTUNG WAHRNEHMEN
Mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit von Frauen und Kindern ist zu rechnen, wenn der Nachschub an kompetent ausgebildeten Hebammen ausbleibt. Daher wird dringend appelliert, die Akademien den Länderkompetenzen zu unterstellen. Stellungnahmen von Landeshauptleuten, Landessanitätsdirektionen, Gewerkschaften und Gesundheitssprechern werden vom Österreichischen Hebammengremium eingefordert.

VERSORGUNGSENGPASS MUSS VERMIEDEN WERDEN ·

Rund 90.000 Gebärende pro Jahr sind per Gesetz verpflichtet, eine Hebamme beizuziehen. Derzeit stehen zur Betreuung von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett 1500 Hebammen zur Verfügung. · Präventionserfolge hinsichtlich Frühgeburtlichkeit, daher auch der kindlichen Mortalität und Morbidität, können durch kontinuierliche Hebammenbetreuung vom Beginn der Schwangerschaft an erzielt werden. · Wöchnerinnen werden immer früher aus dem Krankenhaus entlassen, bedingt durch die LKF. Für die Versorgung bei später auftretenden Problemen (z.B. Stillen, Brust, Rückbildung, Angst und Unsicherheit) besteht Bedarf an freipraktizierenden Hebammen. · Der Personalschlüssel in den Krankenhäusern entspricht schon jetzt mit 200 Geburten pro Hebamme pro Jahr nicht dem grundlegend berechneten Schlüssel von 100 Geburten pro Hebamme pro Jahr. · Die Auswirkungen der zurückgehenden Inanspruchnahme der Mutter-Kind-Paß-Untersuchungen können durch Projekte und Aktivitäten zum Ausbau der kontinuierlichen Versorgung durch Hebammen kompensiert werden. Sie werden von Frauen und ihren Familien gerne in Anspruch genommen (vgl. Bremer und Wiener Familienhebammen, KH-Projekte wie in der Semmelweis Frauenklinik). · Die Abgeltung von Hebammenleistungen entsprechend dem ASVG ist durch den Vertrag mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger gesichert.

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Gaby Sprung

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teacher, researcher. sociology & communication science.)

Gabriele Sprung für das ÖHG.

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