Brinek: Professionalisierung des Lehrers durch Wissenschaft

Wien (OTS) - "Die Frage, was der genaue Aufgabenbereich des Schullehrers ist, wie er sich von den Aufgabenbereichen anderer Erziehungsträger abgrenzt und welche Fähigkeiten, Eigenschaften und Einstellungen vorausgesetzt werden – diese und ähnliche Fragen sind so alt wie der Beruf des Lehrers selbst. Lehrer werden heute als moralisch-geistliche Führer, als pädagogische 'Lebens-Handwerker', als Traditionsvermittler, als Vollzugsbeamte staatlicher-politischer Verhaltens-Vorstellungen als Moderator und Kommunikator angesehen. Im Fokus der neueren Debatte steht die Professionalisierung des Lehrers durch Wissenschaft. Das sagte
heute Montag, Univ.Ass. Dr. Gertrude Brinek, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Bildungsforschung, beim Symposium "Zur Zukunft der universitären Lehrerausbildung. Welche Ausbildung brauchen Lehrer und Lehrerinnen an höheren Schulen?" ****

Die Frage der Professionalisierung sei besonders wichtig, so Brinek, da die Arbeit mit Kindern und Halbwüchsigen oft nicht als wirklich harte Arbeit gewertet wird. Lehrer an den höheren Schulen oder Professoren an den Universitäten beziehen ihr Prestige im wesentlichen aus dem Forscherdasein. Das sei auch der Grund, warum immer mehr Lehrer in die Forschung streben, ist Brinek überzeugt. Es gebe allerdings auch die Kritik, daß diese Sicht des Lehrer-Professionalismus zu kurz greife.

Aufgabe sei es nun, auf der Basis des neuen Universitätsstudiengesetzes, das Lehramtsstudium neu zu organisieren und heute mehr denn je, d.h. in einer Spiel- und Unterhaltungswelt auch abstraktes Denken, d.h. Theoriefähigkeit (sowohl an Universitäten als auch an höheren Schulen) zu vermitteln. Entgegen deutlicher Stimmen, das Diplom-Studium und
das Lehramtsstudium sehr ähnlich bis ident aufzubauen, sieht das Gesetz zwei getrennte Studien vor, um vor allem Fachdidaktik und Pädagogik zu forcieren, so Brinek abschließend.
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