Waffenhandel kritisiert unseriöse Diskussion

Strenges Waffengesetz ist die einzige Möglichkeit, um notwendige Transparenz zu schaffen

Wien (PWK) - "Der Waffenhandel wehrt sich, sowohl im eigenen
Namen, als auch im Namen vieler hunderttausend gesetzestreuer Staatsbürger, dagegen, Prügelknabe der Nation zu sein", betont Jürgen Siegert, Vorsitzender der Berufsgruppe Waffenhandel in der Wirtschaftskammer Österreich. So schrecklich der "Fall Mauterndorf" war, so der Vorsitzende, zeige sich gerade hier, daß durch legistische Maßnahmen das Problem Gewalt nicht gelöst werden könne, denn die Tat wurde mit einer verbotenen Waffe begangen. Etwa ein Zehntel aller Österreicher besitzen legal und korrekt eine Feuerwaffe. Durch strenge Gesetze wäre sicher zu erreichen, daß ein kleiner Teil dieser Waffen "abgeschöpft" werden könnte. "Ein großer Teil der Waffen aber würde in der Illegalität versinken. Ein völlig verkehrter, ja gefährlicher Weg", meint Siegert. ****

Siegert sieht nur eine einzige Möglichkeit, die Allgemeinheit zu schützen und gleichzeitig jene nicht zu entrechten, die Waffen haben wollen und haben: Ein strenges und in den Grundzügen dennoch liberales Waffengesetz. Nur dieses schafft die aus sicherheitspolitischen Überlegungen notwendige Transparenz. Es nützt nichts und niemanden, wenn Waffen in die Illegalität verschwinden und gesetzestreue Bürger zu unkorrekten Handlungen veranlaßt werden. Die Waffen würden vorhanden bleiben, die Kontrolle allerdings würde verloren gehen. Dies wäre, so der Vorsitzende, eine völlig verkehrte Entwicklung.

Nach jahrelangen sorgfältigen Verhandlungen ist ein strenges Gesetz entstanden und seit 1. Juli dieses Jahres in Kraft. Die Einschränkungen, wie beispielsweise die Verpflichtung, bisher nicht zu registrierende Waffen anzumelden, wurden vom Waffenhandel nicht nur mitbeschlossen, sondern sie werden von diesem auch, durch die Entgegennahme der Meldungen, mitgetragen. Daß die Diskussion um Abgabe von Waffen, Steuer usw. gerade zu einer Zeit einsetzt, in der die Menschen ihre Waffen melden sollen, ist nicht sehr konstruktiv. Daß aber gleichzeitig die Meinung verbreitet wird, so Siegert, man könnte durch Verbote Fälle wie Mauterndorf verhindern, ist unseriös.

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