Kurzfassung von "Forum NÖ" -

St.Pölten (NLK) - der Sendung mit Erwin Pröll
Sperrfrist 30. November 1997, 13.30 Uhr!

Ortskernbelebung ist Frage der Lebensqualität
Pröll: Land leistet Hilfe zur Selbsthilfe
Utl.: Keine Abkehr von der Sonntagsruhe=

Das Land Niederösterreich kann und wird
mithelfen, die explodie-rende Zahl von Einkaufstempeln an den
Orts- und Stadträndern einzudämmen und stattdessen die ausgehungerten Ortskerne zu beleben. Das sagte Landeshauptman Dr. Erwin Pröll am Sonntag in seiner Radiosendung "Forum NÖ". Er regt eine gemein-same Gesellschaft der Wirtschaftskammer, der interessierten Gemeinden und Unter-nehmen und des Landes an. Über diese Gesellschaft soll die Ortskernbelebung or-ganisiert und finanziert werden. Pröll: "Ich habe vor, zunächst einmal etwa 50 Millio-nen Schilling als Starthilfe zur Verfügung zu stellen. Mir geht es im Kern nämlich um eine wirksame Hilfe zur Selbsthilfe."

In Österreich gab es vor drei Jahren schon 198 Gemeinden ohne Lebensmittelhänd-ler. Im September des heurigen Jahres waren es bereits 237 Gemeinden ohne Nah-versorger. Die Hauptursache sieht Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll darin, daß Großinvestoren die Vorteile des größeren Platzangebotes und günstiger Grundstückspreise vor den Ortstafeln nützen. Seiner Meinung nach ist die Stadt- und Dorferneue-rung einer der zentralen
Ansatzpunkte, um hier gegenzusteuern und die Konsumen-ten wieder
zum Einkauf in den Ortskernen zu bewegen.
Es bedürfe natürlich der Eigeninitiative der Geschäftswelt, um gemeinsame Werbe-maßnahmen umzusetzen. Auf der anderen Seite müsse man danach trachten, daß es die Konsumenten bequem haben, wenn sie im Ortskern einkaufen gehen wollen. Da-zu sei notwendig, daß sie relativ nahe zu den Geschäften zufahren könnten. Als posi-tive Beispiele für solche Maßnahmen nannte Pröll die neue Parkgarage in der Stadt Zwettl und die Umgestaltung des Hauptplatzes in Retz. "Hier sieht man, daß konsu-mentenfreundlich und konsumentenbewußt gestaltet wurde." Gleichzeitig müsse in den Dorf- und Stadtkernen auch ein interessanter Branchenmix geboten werden, der das
Einkaufen zum Erlebnis macht.

Er sei meilenweit davon entfernt, die Sonntagsruhe zu durchbrechen oder gar Ar-beitnehmerinteressen anzutasten, nahm der Landeshauptmann auch zur Verordnung über die Sonntagsöffnung der Multiplex-Geschäfte Stellung. Es handle sich um einen spezifischen Fall, für den aufgrund einer bundesgesetzlichen Regelung eine spezifi-sche Lösung gefunden wurde. Und zwar im Interesse der Kunden, der Geschäftsin-haber, aber auch der Arbeitnehmer, betonte Pröll.

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