OeNB - Klarstellung zu Medienberichten betreffend

Raubgold in der OeNB

Bezugnehmend auf die aktuelle Medienberichterstattung stellt die OeNB klar, daß sich kein "Raubgold der Nazis" in den Goldreserven der Bank befindet.

In der Causa "Salzburger Gold" ist aus dem der OeNB aus der Nachkriegszeit vorliegendem Archivmaterial ersichtlich, daß die Banca d’Italia im September 1952 gegen die Oesterreichische Nationalbank Rechtsansprüche um die Herausgabe von Goldbeständen angemeldet hat. Gegenstand der Auseinandersetzung bildeten jene
rund 4,3 t Gold, welche von den Militärbehörden der Vereinigten Staaten nach Kriegsende im Jahr 1945 in Österreich aufgefunden (nach dem Auffindungsort als "Salzburger Gold" bezeichnet) und
die der österreichischen Regierung übergeben wurden. Die Bundesregierung hat diese Goldbestände für Währungszwecke der Oesterreichischen Nationalbank gegen Minderung der Staatsschuld übertragen ( vgl.: "Mitteilungen des Direktoriums der Oesterreichischen Nationalbank 1946/47 - Bericht über das
erste Vierteljahr 1947"). Die Banca d’Italia hat dagegen diese Goldbestände, die in den Wirren des Krieges auf österreichisches Gebiet gelangten, als Teil des ihr gehörigen Eigentums beansprucht und eine Rückerstattung verlangt.

Die interalliierte Goldkommission ("Brüsseler Goldpool") hat nachträglich entschieden, daß das "Salzburger Gold" der gemeinsamen Masse zugerechnet wird, woraus in der Folge die anerkannten Ansprüche der geschädigten Staaten gemäß dem "Pariser Reparationsabkommen" befriedigt werden. Das "Salzburger Gold" verblieb daher in Österreich, und zwar als Vorschuß auf den Anteil, den Österreich auf Grund der endgültigen Beschlüsse der Tripartite Goldkommission aus der zur Verteilung kommenden Masse erhalten wird. Die Goldkommission hat
die Ansprüche Österreichs auf Rückerstattung des im März 1938 okkupierten Währungsgoldes der damaligen OeNB in Höhe von
78,267 Tonnen Gold anerkannt. Bis 1958 wurden insgesamt
50,182 Tonnen Gold rückerstattet.

Die Regierungen Italiens und Österreichs haben diesen Beschluß
der Goldkommsission zur Kenntnis genommen. Demzufolge sind die Gründe für den beim Handelsgericht Wien anhängigen Prozeß über die Klage der Banca d’Italia gegen die Oesterreichische Nationalbank auf Herausgabe des Währungsgoldes weggefallen. Der Prozeß wurde daher im Einvernehmen zwischen den beiden Parteien im
April 1954 nicht mehr fortgesetzt.

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