Höchtl: Über 240 "Sektentote" in den letzten 5 Jahren

Gesetzesbeschluß nächste Woche

Niederösterreich, 28.11.97 (NÖI) "Nächste Woche steht die Entscheidung über die Rechtspersönlichkeit von religiösen Bekenntnisgemeinschaften im Nationalrat an.
Diese Entscheidung wird bedeutende Auswirkungen auf die gesamte religiöse Konstellation in Österreich haben", stellte der Vorsitzende des Unterrichtsausschusses und VP NÖ NAbg. Josef Höchtl fest.****

Es geht dabei darum, wie Österreich mit den vielen kleineren Gruppierungen, aber auch den Sekten künftig umgeht. Höchtl nahm dies heute zum Anlaß, nochmals die möglichen tragischen Folgen einer Sektenmitgliedschaft in Erinnerung zu rufen:
In den letzten 12 Jahren fanden rund 350 Menschen (darunter viele Kinder) durch Massen(selbst)morde den Tod, wobei sich die Vorfälle in den letzten 5 Jahren (rund 240 Tote) massiv häuften. Gefahrenpotentiale sind für Höchtl nicht nur die angesprochen Massenselbstmorde, sondern ebenso Einzelselbstmorde, Depressionen, Zerstörungen von Familien sowie andere persönliche und soziale Konflikte, welche bei Mitgliedern von Sekten oder pseudo-religiösen Gruppen weit über dem Bevölkerungsdurchschnitt liegen.

"Für mich ist es wichtig, daß nächste Woche im Unterrichtsausschuß zwar gerechte, aber möglichst strenge Kriterien für die Anerkennung von religiösen Bekenntnisgemeinschaften beschlossen werden, damit Sekten und anderen pseudo-religiösen Organisationen nicht durch ein Gesetz
der Rücken gestärkt wird", schloß Höchtl.
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