Gegen Desinformation der österreichischen Sparer beim Euro

Haigermoser gegen Plan, Betrieben die Berufsschulzeit bei der Lehrlingsausbildung abzugelten

Wien (PWK) - In seiner Rede am Kammertag erklärte der Obmann des Rings Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW), Helmut Haigermoser, es sei "der falsche Weg", wenn das Arbeitsmarktservice den Betrieben bei der Lehrlingsausbildung die Berufsschulzeit abgelten sollte. Er sei für eine Entsteuerung der Betriebe, um so die Lehrlingsausbildung zu sichern. In diesem Zusammenhang sprach er sich für eine Steuerreform vor dem Jahr 2000 aus, wo etwa die Übertragung von Betriebsvermögen von der Erbschaftsteuer zu befreien oder der 13. Umsatzsteuertermin abzuschaffen sei. Die Steuern seien nicht EU-reif, die Abgabenquote mit 44 Prozent die höchste nach dem Krieg. Haigermoser: "Hier kann man nicht im selben Atemzug sagen, Steuerentlastungen gehen jetzt nicht. Hier muß man gemeinsam mehr Kampfkraft entwickeln, da darf man sich vor Klima nicht fürchten. Eine Schönwetterpolitik nützt nichts." Haigermoser wandte sich gegen den Vorwurf, er wechsle im Parlament politisches Kleingeld. Er müsse schon sagen, daß es Unbehagen bringt, wenn man etwa bei der Getränkesteuer Hoffnungen wecke, die man dann nicht erfüllen könne. Zum Euro merkte er an, daß man dazu durchaus geteilter Meinung sein könne, "pro und kontra, aber eine Gehirnwäsche brauchen wir nicht." ****

Alfons Haiden, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich und Chef des Freien Wirtschaftsverbandes (FWV) hielt der Euro-Skepsis von Haigermoser entgegen, es gebe bei der Bevölkerung eine stark steigende Tendenz der Zustimmung zum Euro, falls die wichtigsten Handelspartner Österreichs, nämlich Deutschland, Frankreich und Italien, ebenfalls auf den Euro umstellten. Sollte Österreich hier nicht dabei sein, würde ein erheblicher Schaden befürchtet. Vorhandene Ängste könne man durch eine sachbezogene Information weitgehend ausräumen. Es sei eine wichtige Aufgabe der Wirtschaftskammer, die Mitglieder ständig zu informieren. Vehement kritisierte Haiden jedenfalls das Verteilen "von blauen Sparbüchern am Weltspartag, wo man den österreichischen Sparern sagt, daß sie 2002 über 200 Milliarden Schilling verloren haben werden. Da frage ich mich schon, welche Experten das berechnet haben. Das trägt nicht dazu bei, Vertrauen in der Bevölkerung zu schaffen. Wir müssen uns beim Euro fragen, was dafür spricht - und das ist mehr als dagegen. Wir müssen vermeiden, daß der Schildlaus von 1994 ein Sparerklau des Jahres 1997 hinzugefügt wird." Weiters sprach sich Haiden auch für eine Vermeidung der kostenmäßigen Belastung von Klein- und Kleinstunternehmen bei der Umsetzung des Arbeitnehmerschutzgesetzes aus und plädierte für eine stärkere Hilfestellung durch die Allgemeine Unfallversicherung.
(Schluß) RH

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK