AUVA zu FWV-Haiden: Vorschlag für Sicherheitsberatung in Klein- und Mittelbetrieben machbar, wenn Budgetierung hält

Wien (OTS) - Grundsätzlich positiv äußerte sich der Generaldirektor der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA), Wilhelm Thiel, zum Vorschlag von Wirtschaftsverbandspräsident René Alfons Haiden, die Unfallversicherungsanstalt für die Sicherheitsberatung der Klein- und Mittelbetriebe heranzuziehen. "Die AUVA hat in den vergangenen Jahren mit einer drastischen Senkung der Arbeitsunfälle bewiesen, daß qualifizierte Präventionsarbeit absolut wirtschaftlich und zielführend ist", erklärte Thiel. Der sozialdemokratische Freie Wirtschaftsverband hat gefordert, daß die im Zuge des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes erstmalig notwendige Sicherheitsberatung für Klein- und Mittelbetriebe kostenlos durch Experten der AUVA durchgeführt werden solle. Für den AUVA-Generaldirektor liegt der Vorschlag "auf der Hand". "Wir konnten die Zahl der Arbeitsunfälle in den vergangenen beiden Jahren um 5,7 Prozent, die der tödlichen Arbeitsunfälle um 21 Prozent reduzieren. Wir können praxisnahe Experten zur Verfügung stellen beziehungsweise relativ leicht die zusätzlich erforderlichen personellen und betrieblichen Strukturen erweitern", sagte Thiel. Die Kosten würden dank bestehender Infrastruktur und vorhandenem Knowhow in der AUVA rund 200 Millionen Schilling jährlich betragen, also wesentlich unter den 1,2 Milliarden Schilling liegen, die bei Individualleistungen durch private Berater für die Klein- und Mittelbetriebe anfielen, erklärte AUVA-Generaldirektor Thiel. Im kommenden Jahr plant die AUVA Pilotversuche für die intensive Beratung der Klein- und Mittelbetriebe. Außerdem wird in der Steiermark ein Forschungszentrum für Arbeitsmedizin und Prävention errichtet, das einen Braintrust für diese Fragen bilden könnte. Abgesehen von der Klärung von Detailfragen stehe allerdings zur Realisierung des Projektes eine Hauptbedingung für die AUVA außer Frage: "Es darf zu keinen Abzweigungen an andere Sozialversicherungsträger kommen, um eine diesbezügliche Verpflichtungszusage für die kommenden Jahre machen zu können!" Während nämlich für 1998 keine Abzweigungen aus dem AUVA-Budget per Gesetzgeber vorgesehen sind, wurden der Unfallversicherung im laufenden und im vergangenen Jahr je 800 Millionen Schilling abgezweigt, die ein planvolles Budgetieren - so Thiel - überaus schwierig gemacht hatten. (Wien, 28.11.1997)

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