Mikrozensus-Erhebung über Sport-, Freizeit- und Haushaltsunfälle

Wien (OTS) - Die Mikrozensus-Erhebung des
Österreichischen Statistischen Zentralamtes im Dezember 1997 hat vor allem Sport-, Freizeit- und Haushaltsunfälle zum Thema. In
rund 30.000 Haushalten werden die Haushaltsmitglieder - nach
einer Einstiegsfrage zu Verkehrs- und Arbeitsunfällen seit
Dezember 1996 - danach gefragt, ob sie im vergangenen Jahr bei
der Sportausübung, gegliedert nach einzelnen Sportarten, Unfälle erlitten haben, und wenn ja, wie viele. Für den schwersten Sportunfall werden nähere Umstände, wie Art des Unfalls (z.B. Sturz, Zusammenstoß mit anderen Sportlern), Art der Verletzung, Inanspruchnahme ärztlicher Betreuung und allfällige Dauer eines Krankenstandes erhoben. Zur Abschätzung des Verletzungsrisikos
wird auch die Häufigkeit der Sportausübung festgestellt. Auch
für die Gruppe der Freizeit- und Haushaltsunfälle wird zunächst gefragt, ob und bei welchen Tätigkeiten (z.B. Wohnungsreinigung, Do-it-yourself) Unfälle passierten und dann für den schwersten Unfall Unfallhergang und -folgen erfaßt.

Einige Fragen dieses gesundheitsstatistischen Programms befassen sich mit dem Rauchverhalten der Österreicherinnen und Österreicher. Dazu werden das Ausmaß des Tabakkonsums, früheres Rauchen, Gründe für das Aufhören mit dem Rauchen und Veränderungen in der Wahl der Zigarettensorten erhoben.

Beide Themenkreise waren schon mehrmals Gegenstand eines Mikrozensus-Sonderprogramms. Eine Erhebung im Jahr 1989 brachte
z.B. das Ergebnis, daß damals in einem Jahr 30 von 1000 Österreicherinnen und Österreichern einen Freizeit- oder Haushaltsunfall (ohne Sport) und 17 von 1000 einen Sportunfall hatten. Männer waren mehr von Sportunfällen (23 von 1000 gegenüber 11 von 1000 bei Frauen) betroffen, Frauen mehr von Haushaltsunfällen (33 von 1000 zu 23 von 1000).

Regional gesehen ist vor allem der hohe Anteil von männlichen Sportunfallopfern in Westösterreich (Spitzenreiter Vorarlberg
mit 30 Promille vor Tirol und Salzburg mit je 26) und die hohe Unfallgefährdung der Wienerinnen (hoher Anteil von Seniorinnen)
im Bereich der Haushaltsunfälle (42 Promille gegenüber 33
Promille im Österreich-Durchschnitt) bemerkenswert. 31% der beim Sport Verletzten waren zwischen 15 und 24 Jahre alt, 8% der
Opfer über 60 Jahre. Hingegen stellten die Senioren ein Drittel
der bei Haushaltsunfällen Verletzten; von den im Haushalt ”verunfallten” Frauen waren 43% 60 oder älter.

Aus den Mikrozensus-Erhebungen zum Rauchen seit 1972 wird
eindeutig eine Tendenz zur Angleichung der Geschlechter im Tabakkonsum sichtbar: Der Anteil der Raucher unter den Männern
sank von 1972 bis 1986 von 45% auf 40%, jener der Raucherinnen
unter den Frauen stieg von 13% (1972) auf 21% 1986. Nach Bundesländern sticht vor allem das städtische Wien hervor (37% Raucheranteil), das als einziges Bundesland nennenswert über dem Österreich-Durchschnitt liegt. Am geringsten war der Tabakkonsum 1986 im Burgenland (26%), vor allem wegen der geringen Anzahl
von Raucherinnen (15% gegenüber 32% in Wien). Im Vergleich von Gemeindetypen hebt sich die Stadt Wien (Anteil der Raucher insgesamt: 37%) nicht so deutlich von Mittel- und Großstädten (Gemeinden mit 20.000 bis 250.000 Einwohnern: 33%) ab.

Anteil derPersonen mit Anteil der Raucher Sportunfällen Freizeit- und
aushaltsunfällen
in ‰
in %
Burgenland 13 23 26
Kärnten 15 30 31 Niederösterreich 19 29 28 Oberösterreich 15 28 28
Salzburg 18 25 28
Steiermark 14 31 28
Tirol 19 27 29
Vorarlberg 21 30 30
Wien 17 34 37
Österreich 17 30 30

----------------------------------------------------------------

Rückfragen zu diesem Thema richten Sie bitte direkt an Dr.
Reinhard Eichwalder oder Mag. Gerald Hammer, Abteilung ”Sozialstatistik” im ÖSTAT, unter den Tel.-Nrn.: 711 28/7319 bzw. 7342 DW.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Johanna Pattera oder
Günther Selinger
Tel.: (01) 711 28/7777

Statistisches Zentralamt

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | STZ/OTS