Schleicher: Klimaschutzpolitik eröffnet der östererreichischen Elektrizitätswirtschaft neue Chancen

Stellungnahme des Österreichischen Klimabeirates zur Aussage der österreichischen Elektrizitätswirtschaft über die Klimakonferenz in Kyoto

Wien (OTS) - Die kombinierte Erzeugung von Elektrizität und Wärme in dezentralen Anlagen ist für die österreichische Elektrizitätswirtschaft nicht nur eine Chance für kundennahe Dienstleistungen im europäischen Wettbewerb, sondern auch eine höchst wünschenswerte technologische Verbesserung in der österreichischen Stromerzeugung. In Verbindung mit Wärmepumpen läßt sich mit diesen Cogeneration-Technologien der energetische Wirkungsgrad um das Drei-bis Vierfache steigern. Damit kann die österreichische Elektrizitätswirtschaft leicht alle Zielvorgaben für eine Reduktion von CO2 übererfüllen, stellte der Vorsitzende des österreichischen Klimabeirates, Prof. Dr. Stefan Schleicher in einer Reaktion zu den Äußerungen der Elektrizitätswirtschaft fest.

Cogeneration-Technologien sind in Österreich wohl im Bereich der Industrie, kaum aber noch im Bereich des Wohnens verbreitet. Alle internationalen Klimaschutzprogramme verweisen auf die Wichtigkeit dieser Technolgien. Der hohe Wasserkraftanteil in der österreichischen Stromerzeugung darf keine Rechtfertigung sein, im Bereich der thermischen Elektrizität diese attraktiven technischen Optionen nicht zu nutzen. Im Zusammenhang mit einem neuen Energieorganisationsgesetz soll der österreichischen Elektrizitätswirtschaft, wie auch der Öl- und Gaswirtschaft und anderen Anbietern, die Möglichkeit gegeben werden, durch entsprechende Rahmenbedingungen mit diesen Cogeneration- Technologien neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Diese Anlagen für die kombinierte Erzeugung von Elektrizität und Wärme passen nicht nur perfekt in die Winterlücke bei der hydraulischen Stromerzeugung, sondern sind auch kostenmäßig äußerst günstig, wie die gelungenen Beispiele der Industrie zeigen. Cogeneration-Technologien sind somit ein gutes Beispiel dafür, daß eine intelligente Klimaschutzpolitik mit den wirtschaftlichen Interessen von Unternehmungen und Konsumenten harmoniert.

Der österreichische Klimabeirat empfiehlt deshalb die Beibehaltung aller bisher beschlossenen Reduktionsziele für Treibhausgase nicht nur im Interesse des Klimaschutzes sondern auch im Interesse einer technologischen Erneuerung. Für die österreichische Elektrizitätswirtschaft eröffnen sich dafür besonders vorteilhafte Möglichkeiten.

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