SALCHER: NACHDENKPAUSE BEIM HOLOCAUST-MAHNMAL EINLEGEN

Ausschußvorsitzender warnt vor internationalem Schaden

Wien (ÖVP-Klub) - Kritisch setzte sich der Vorsitzende des Kulturausschusses im Wiener Gemeinderat, Dr. Andreas Salcher,
mit den Forderungen der Grünen nach sofortiger Aufstellung des Holocaust-Mahnmales auf dem Judenplatz in der heutigen Gemein-deratsdebatte auseinander. "Die Forderung nach einer sofortigen Aufstellung sowohl sachlich falsch, als auch politisch falsch", konstatierte Salcher. *****

"Erstens ist es nicht damit getan, auf dem Judenplatz ein Denk-
mal aufzustellen, sondern es muß eine sachgerechte Gesamtlösung für den Platz geschaffen werden, und die gibt es bis jetzt noch nicht", argumentierte Salcher. "Formal mag es richtig sei, daß
die Streitigkeiten innerhalb der Israelitischen Kultusgemeinde
uns im Gemeinderat nichts angehen. Denn das Denkmal ist kein
Denkmal der Juden, sondern ein Denkmal der Stadt Wien. Es ist
aber auch kein Denkmal gegen die Juden. Und daher müssen auf-merksam und sensibel hinhören, was in der Kultusgemeinde über
das Denkmal gesagt wird."

Salcher wies darauf hin, daß in die Beschlußfassung über das Denkmal zwar die meisten Gruppen eingebunden waren, aber bei-
leibe nicht alle, so war zum Beispiel der Bezirk nicht einge-bunden. Das von der früheren Stadtregierung auferlegte Diskus-sionsverbot habe sich auch nicht als hilfreich erwiesen. "Man
kann Diskussionen verschieben, aber man kann sie nicht verhin-dern", stellte Salcher fest. "Es wird viel Überzeugungsarbeit nötig sein, die mit der Aufstellung des Denkmals nicht enden
wird."

"Wenn wir das Denkmal nicht aufstellen, werden wir eine inter-nationale Debatte führen müssen, warnte Salcher, "und in der werden wir gute Argumente brauchen. Wir sollten aber den inter-nationalen Schaden nicht herbeireden, wenn wir jetzt noch eine Nachdenkpause von ein paar Monaten einlegen."

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