SCHMITZ: NEUEN STANDORT FÜR HOLOCAUST-MEMORIAL SUCHEN

Wien (ÖVP-Klub) - "Die Diskussion, die bisher in diesem
Raum stattgefunden hat, hat mich davon überzeugt, daß es nach
wie vor notwendig ist zu diskutieren über die Notwendigkeit des Mahnmales, über den Aufstellungsort und über die Erhaltung der Ausgrabungen der Or-Sarua-Synagoge", erklärte der Bezirks-vorsteher der Inneren Stadt, Dr. Richard Schmitz, in der heu-
tigen Gemeinderatsdebatte über das Holocaust-Mahnmal. *****

Schmitz ging auf das Argument der planenden Architekten ein,
wonach die Ausgrabungen der Synagoge eine gleichmäßige Belüf-tung, eine gleichmäßige Beleuchtung und eine gleichmäßige Tem-peratur benötigen. "Die Frage einer Sichtbarmachung von oben
ist nicht die gleiche wie seinerzeit beim Michaelerplatz, denn
wenn ein Schauraum errichtet wird, wird es hoffentlich alles
drei geben. Zu berücksichtigen ist aber, daß man vom Schauraum
aus die ausgegrabenen Dinge nur von der Seite sieht. Das
spricht dafür, die Oberfläche des Platzes so zu gestalten, daß man von oben etwas sieht."

Die Behauptung von Stadträtin Huemer, wonach es nur zwei Alter-nativen gäbe: die Errichtung des Holocaust-Memorials auf dem Judenplatz oder die Erhaltung der Ausgrabungen ohne Aufstellung
des Mahnmales, sei falsch. "Es gibt eine dritte Möglichkeit:
Die Or-Sarua-Synagoge zu erhalten und einen neuen Aufstellungs-
ort für das Memorial zu finden", unterstrich Schmitz. "Man kann
der Künstlerin zumuten, über die Problematik eines anderen Standortes nachzudenken. Daß sie sich dieser Diskussion verwei-gert, muß man nicht akzeptieren. Das Denkmal für Feldmarschall Radetzky war auch für den Hof konzipiert und steht heute auf
dem Stubenring."

Ziel der Diskussion müsse sein, zu einer Lösung zu finden, die weitgehend akzeptiert wird und der Stadt zu einer einheitlichen
und positiven Gestaltung de Judenplatzes verhilft. "Die histo-rische Änderung der Haltung der Kirche gegenüber dem Judentum,
wie sie erst kürzlich Erzbischof Schönborn formuliert hat, ver-dient es, ihrer auf dem Judenplatz zu gedenken. Folgerichtig
sollte man das Holocaust-Memorial auf einen anderen Platz ver-legen", schloß Schmitz.

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