Machen wir unsere Arbeitslosen krank?

Zusammenfassung der Fachtagung vom 26. November 1997 Nicht nur eine Frage der Qualifikation

Wien (OTS) - "In Wien sind rund 40% der als arbeitslos
Vorgemerkten länger als ein Jahr auf Arbeitsuche", sagte gestern (am 26.11.1997) Klaus Werner, der Leiter des Arbeitsmarktservice (AMS) Wien, im Rahmen einer Veranstaltung des Wiener Roten Kreuzes und des AMS Wien. Denn "Arbeitslosigkeit hängt heute in vielen Fällen mit dem Alter, eventuellen Behinderungen und Einschränkungen der Mobilität zusammen, während Qualifikation ein weniger ausschlaggebendes Kriterium ist."

Arbeitslosigkeit beeinträchtigt Gesundheit

"Bei der Untersuchung von mehr als tausend arbeitslosen Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zeigte sich eine deutliche Wechselbeziehung zwischen dem emotionalen Erleben der Arbeitslosigkeit und dem Leiden der Menschen", berichtete Dr. Susanne Schunder-Tatzber, die ärztliche Leiterin des Arbeitsmedizinischen Zentrums des Wiener Roten Kreuzes. "Viele Arbeitslose fühlen sich neben ihrem sozialen auch in ihrem gesundheitlichen Wohlbefinden so stark beeinträchtigt, daß dieser Zustand ihre erfolgreiche Wiedereingliederung in den Arbeitsprozeß verhindert."

Verantwortung der Gesellschaft

"Wir müssen alle daran arbeiten, eine Bewußtseinsänderung in
der Gesellschaft herbeizuführen: Arbeitslosigkeit ist keine individuelle Schuld, sondern ein gesellschaftspolitisches Problem", stellte Univ. Prof. Dr. Alois Stacher, der Präsident des Wiener Roten Kreuzes, fest und meinte weiters: Die Gesellschaft müsse daher zur Aufrechterhaltung der Gesundheit der Arbeitslosen ihren Beitrag leisten. Die von Psychologen betreuten Selbsthilfegruppen des Wiener Roten Kreuzes für Langzeitarbeitslose seien eine beispielgebende Idee auf einen Bereich, der nach vielen neuen Ideen und deren Ausführung verlangt.

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