Kommissionsvorschlag zur Revision der EU-Freisetzungs-Richtlinie unzureichend

Greenpeace begrüßt aber Einlenken der Kommission auf zeitliche Beschränkung der Zulassung und Monitoring-Programme für gentechnisch veränderte Organismen

Brüssel/Wien -- Greenpeace kritisiert den heute von der EU-Kommission vorgelegten Revisionvorschlag der EU-Freisetzungsrichtlinie 90/220 als 'unzureichend' und als 'Verletzung des Vorsorgeprinzips'. Nach dem Willen der Kommission soll es in Zukunft nur mehr zeitlich begrenzte Zulassungen für die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen geben. Darüber hinaus ist die Etablierung von Monitoring-Programmen geplant. Greenpeace fordert die konsequente Beachtung des Vorsorgeprinzips. Danach dürfe es keine Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen geben, solange nicht gezeigt ist , daß keine Gefahren für Gesundheit und Umwelt bestehen. Greenpeace weist ausdrücklich darauf hin, daß der Kommissionsvorschlag im Widerspruch zu den Anforderungen des Europaparlaments an die Richtlinie stehen, das am 3. Juli 1997 unter anderem auch die Aufnahme einer Haftungsregelung in die Richtlinie gefordert hatte. Das Einlenken der Kommission auf zeitlich begrenzte Zulassungen zeigt, daß auch die Kommission Bedenken über die Sicherheit von gentechnisch veränderten Organismen hat. Greenpeace begrüßt, daß die Kommission beginnt, Probleme mit gentechnisch veränderten Organismen wahrzunehmen, warnt aber, daß Monitoring- und Resistenzmanagement-Programme keine geeignete Lösung des Problems darstellen, da sie nicht in der Lage sind, negative Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt zu verhindern. Potentielle Schäden durch Freisetzungen von gentechnisch veränderten Organismen sind aller Wahrscheinlichkeit nach irreversibel und daher von vornherein zu vermeiden - Stichwort Vorsorgeprinzip- (anstatt sie im Nachhinein zu dokumentieren.)

Weitere Informationen: Greenpeace Österreich:

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