Bundesarbeitskammer: AK fordert Sonderprogramm für Berufsausbildung (2)

Innsbruck/Wien (OTS) - Volle Nutzung der Lehrwerkstätten,
Schaffung neuer Ausbildungsstellen und mehr Plätze an den Berufsschulen: Damit müsse auf den Lehrstellenrückgang reagiert werden. Daher fordert die AK ein Sonderprogramm für Jugendliche. Dazu gehören strukturelle Reformen der Erstausbildung, wie neue Lehrberufe, Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nichtausbildenden Betrieben, eine Reform der Berufsausbildung,
eine Neukonzeption der Ausbildung an den berufsbildenden Schulen
und eine koordinierte Weiterentwicklung der Fachhochschulen. Das beschloß heute, Mittwoch, die in Innsbruck tagende 121. Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer. ****

Die mangelnde Bereitschaft der Unternehmen, Jugendliche
auszubilden und die Strukturveränderungen der Wirtschaft führen zu einem stetigen Rückgang an Lehrstellen. Daher müsse die Aufgaben der Berufsschulen erweitert werden. Die Aufnahme soll nicht mehr ausschließlich an eine Lehrstelle gekoppelt werden, die Berufsschule neue Ausbildungsmodelle anbieten können, die auch zu einem späteren Zeitpunkt den Übertritt in ein Lehrverhältnis -etwa in das zweite Lehrjahr - ermöglichen. Aber auch eine weitere Ausbildung in berufsbildenden Schulen sollte - wenn keine Lehrstellen zur Verfügung stehen - möglich sein. Das fordert die Bundesarbeitskammer in einem auf der heutigen Hauptversammlung gefaßten Beschluß. Entsprechende Schulversuche sollen von den Bundesländern sofort vorbereitet werden. Grundsätzlich erklärte Tumpel, daß sich das "Duale System" der Lehrlingsausbildung in Österreich bewährt habe. Tausende Lehrbetriebe bilden hervorragende Fachkräfte aus. Das Sonderprogramm soll zeitlich befristet den Mangel an qualitätsvollen Lehrplätzen ausgleichen helfen.

An den berufsbildenden Schulen sei ein ausreichendes Angebot an Plätzen anzubieten. Im Juni 97 mußten trotz Sonderprogramm der Bundesregierung 6.000 Schüler und Schülerinnen abgewiesen werden. Erst knapp vor Schulbeginn wurden den Landesschulräten die Mittel für 2.000 zusätzliche Plätze zugeteilt, viele Jugendliche hatten sich da schon anders entscheiden müssen. Außerdem seien derzeit 4.000 Jugendliche vom Wiederholen einer Klasse ausgeschlossen,
weil sie mehr als drei Nichtgenügend im Zeugnis gehabt hätten, was zusätzliche Probleme auf dem Arbeitsmarkt bedeute.
Dieses neue Verbot sei im Vergleich zu den anderen Schulsystem einzigartig, es gilt auch in den berufsbildenden Schulen nur für die ersten Klassen. Diese Sonderregelung muß beseitigt werden, fordert die AK.

Für die Fachhochschulen, so die Bundesarbeitskammer, ist die Schaffung
eines vom Parlament zu beschließenden Fachhochschul-Entwicklungsplanes dringend notwendig. Der Plan für Standorte und Ausbildungspläne der Fachhochschulen ist dringend zu überarbeiten, verlangt die AK, um den neuen Anforderungen der jungen Führungskräfte gerecht zu werden. Außerdem sollen zusätzlich verkürzte Studiengänge zur Höherqualifizierung von berufstätigen Absolventen berufsbildender höherer Schulen angeboten werden.

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