Wiens ÖVP-Chef Bernhard Görg gegen Linie der Bundespartei

Vorausmeldung zu NEWS Nr. 48/97 -Für Senkung der Strafgrenze auf 0,5 Promille - Görg will sich "dafür einsetzen, daß die Wiener ÖVP-Nationalratsabgeordneten im Parlament anders stimmen als das letzte Mal"

Wien (OTS) - "Überhaupt nicht zufrieden" zeigt sich Wiens ÖVP-Obmann Bernhard Görg in einem Interview mit News über die Tatsache, daß sich seine Partei auf Bundesebene gegen eine Senkung der Strafgrenze für alkoholisierte Autofahrer auf 0,5 Promille sträubt: "Mich stört insbesondere der Anschein, als würde sich die ÖVP der wissenschaftlich abgesicherten Tatsache verschließen wollen, daß eben Menschen mit 0,8 Promille Alkohol im Blut deutlich schlechter sehen und daher fahren als Menschen mit 0,5 Promille Alkoholanteil."

Görg zum häufig vorgebrachten Gegenargument, bevor man die jetzige Grenze von 0,8 Promille senke, solle man sie besser kontrollieren:
"Das eine kann man doch nicht gegen das andere ausspielen, beides gehört her: Eine strengere Kontrolle und eine weitere Senkung. Ich werde mich dafür einsetzen, daß speziell die Wiener Abgeordneten der ÖVP diesmal für die Senkung auf 0,5 Promille stimmen, Franz Morak hat es ja schon das letzte Mal getan."

Görg zu seinen Beweggründen, gegen die offizielle Parteilinie aufzutreten: "Meine Haltung hat nichts mit parteiinternen Taktiken zu tun, ich war stets in dieser Frage besonders engagiert, nur leider im Ausland, als sie letztes Mal im Nationalrat angestimmt wurde. Aber es steht natürlich einer Partei, die Urbanität auf ihre Fahnen geheftet hat, gut an, sich in Wien entsprechend zu positionieren, wo sicher eine größere Zahl von Menschen für ein Senken der Promillegrenze ist, als auf dem Land. Mein Hauptgrund aber ist ein anderer: Speziell seit der letzten Klubklausur in Tirol betonen wir, daß der einzelne Mensch wieder mehr Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft übernehmen soll. Und mehr Alkohol am Steuer heißt gleichzeitig: weniger Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft!"

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