Zimmermeister: Nach wie vor keine konjunkturelle Erholung

Schlechteste Auslastung seit 6 Jahren - Durchschnittlicher Auftragsbestand sank um 1 Woche

Wien (PWK) - Bei den Zimmermeistern zeichnet sich nach wie vor
keine Erholung der Konjunktur ab. Die jüngste Konjunkturerhebung des Instituts für Gewerbe- und Handwerksforschung zeigt, daß das Zimmermeistergewerbe die Talsohle des Konjunkturabschwungs noch nicht erreicht hat. Der durchschnittliche Auftragsbestand liegt im 3. Quartal 1997 erstmals unter 12 Wochen. Burgenland und Steiermark mußten besonders starke Rückgänge hinnehmen. ****

Der durchschnittliche Anteil der öffentlichen Aufträge ist weiter gesunken und beläuft sich im 3. Quartal 1997 auf 10 Prozent. In der Steiermark und in Niederösterreich reduzierte sich dieser von über 20 Prozent auf jeweils 14 Prozent, im Burgenland von 17 Prozent auf 13 Prozent.

Die Auftragseingangserwartungen haben sich gegenüber dem Vorjahresquartal leicht verschlechtert. Mehr als ein Drittel der Betriebe rechnet mit sinkenden Auftragseingängen, nur 9 Prozent mit steigenden. 21 Prozent der Unternehmer und Unternhemerinnen rechnen mit einer ungünstigen Geschäftslage im Folgequartal, 20 Prozent hoffen auf eine günstigere Entwicklung. Personalreduktionen sind vor allem im Burgenland (-3 Prozent), in Salzburg (-2,6 Prozent) und in Kärnten (-2,3 Prozent) geplant.

Die Ertragslage der Betriebe hat sich im Vergleich zum Jahr 1994/95 weiter verschlechtert. Der durchschnittliche Verlust bei den Zimmermeistern hat sich um mehr als das Vierfache erhöht. Die Umsatzrentabilität (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Prozent des Umsatzes) beträgt für das Jahr 1995/96 durchschnittlich -4,8 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet dies, daß ein Betrieb mit öS 10 Mio Umsatz einen Verlust von öS 480.000,-- "erwirtschaftet".

Der durchschnittliche Verlust im Jahr 1994/95 in Höhe von rund 1,1 Prozent der Betriebsleistung hat sich um 3,7 Prozent-Punkte erhöht. Diese Verschlechterung ist unter anderem darauf zurückzuführen, daß die Personalkosten um rund 3,5 Prozent-Punkte auf 40 Prozent der Betriebsleistung gestiegen sind. Da es sich bei dieser Kostenart in der Regel um Fixkosten (d.h. Kosten, die unabhängig von der Ertragslage anfallen) handelt, deutet dies auf eine im Vergleich zum Jahr 1994/95 deutlich schlechtere Auslastung der Betriebe hin.

Auch ein geringfügiger Anstieg des Materialaufwands und des sonstigen Aufwands ist mitverantwortlich für die schlechtere Ertragslage bei den Zimmermeistern. Die weitere Erhöhung des Materialaufwands auf 46,7 Prozent der Betriebsleistung (1994/95: 46,5 Prozent) bedeutet in der Regel, daß im Zimmermeistergewerbe aufgrund des zunehmenden Preisdrucks der Materialaufschlag gesunken ist. Mit anderen Worten, die Betriebe können die Gemeinkosten nicht in vollem Ausmaß in ihrer Kalkulation berücksichtigen bzw. ihren Kunden weiterverrechnen.

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