Ärztekammer zu Primararzt-Honoraren: Diskussion ist undiffenenziert und tendenziös

Stöger: Spitzenmedizin im öffentlichen Bereich gefährdet

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) weist die aktuelle Diskussion über die Gehälter und Honorare der Primarärzte als "tendenziös" zurück. Wie der ÖÄK-Primarärztereferent, Dr. Franz Stöger, Mittwoch in einer Aussendung feststellte, sei diese Auseinnandersetzung undifferenziert und unnötig. Die Sonderklassegebühren der leitenden Ärzte würden die im Regelfall "beschämend niedrigen" Gehälter der Topmediziner in den meisten österreichischen Spitälern kompensieren. Nach seiner Auskunft liegen diese inklusive aller Zulagen im Durchschnitt je nach Alter zwischen 40.000 und 60.000 Schilling brutto monatlich. Das System fördere darüber hinaus die Spitzenmedizin in den öffentlichen Krankenanstalten und entspreche dem Prinzip der freien Arztwahl.

Stöger bezeichnete die Kritik an den Sondergebühren als naiv und scheinheilig. "Es ist wohl unumstritten, daß die Bevölkerung und die Spitalsträger ein großes Interesse daran haben, die medizinischen Spitzenpositionen in den Krankenhäusern mit bestqualifizierten Leuten zu besetzen. Qualität und Leistung
kosten jedoch Geld." Wenn sich nun eine kleine Öffentlichkeit "in bewährter Form neidgenossenschaftlich an den Primar-Entgelten
weide und biertischartig nach einer Nivellierung nach unten
schreit" (Stöger), so müsse man fürchten, daß die Spitzenmedizin aus den öffentlichen Krankenhäusern auswandere und sich ausschließlich im privaten Bereich etabliere. Das würde zu einer existenzbedrohenden Verschlechterung der medizinischen Versorgung
im öffentlichen Bereich führen und die Einnahmen der öffentlichen Krankenhäuser aus den Anteilen an den Primararzt-Honoraren erheblich schmälern, so der Ärztevertreter. Wenn man die Zwei-Klassen-Medizin wolle, dann sei man mit der "Primarärzte-Hatz" auf dem richtigen Weg. "Es ist Aufgabe der beteiligten Ärzte, für eine gerechte Verteilung der Sondergebühren innerhalb ihrer eigenen Gruppe zu sorgen. In den meisten Bundesländern ist dies auch der Fall", sagte Stöger abschließend. (Schluß)

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